Burgund

Domaine Etienne Sauzet, Puligny-Montrachet

Seit bald einem Jahrhundert schreibt das weltberühmte Familienweingut an der Côte de Baune an seiner Erfolgsgeschichte

Wenige Kilometer südlich von Beaune befinden sich mit Meursault sowie Puligny- und Chassagne-Montrachet die drei bekanntesten Weinbaugemeinden der Côte de Beaune, die für ihre Weißweine berühmt sind. Nirgendwo sonst auf der Welt bringt die Chardonnay-Traube edlere Tropfen hervor! Als man Ende der 1930er Jahre den besten Lagen der Bourgogne das Prädikat Grand Cru verlieh, ging ausgerechnet Meursault, die flächenmäßig größte der drei Weinbaugemeinden, leer aus. Hingegen hängte man Chassagne und Puligny den Namen der Grand-Cru-Lage Montrachet an. In der Geschichte Burgunds ist es ohne Beispiel, dass sich zwei Gemeinden mit ein und demselben Grand Cru schmücken dürfen. Der lokalpolitische Kampf um den Prachtweinberg war nur zu lösen, indem der knapp acht Hektar umfassenden Montrachet gleichmäßig aufgeteilt wurde. Genau genommen ist die Fläche in Puligny um exakt 236 Quadratmeter größer als die in Chassagne.

Bevor Etienne Sauzet seine Karriere als Winzer begann, war er Kuchenhändler in Puligny-Montrachet. Die süßen Geschäfte liefen so vorzüglich, dass er in den 1920er Jahren drei Hektar Weinberge kaufen konnte, die damals praktisch nichts kosteten. Als er im Jahr 1924 Fernande Moingeon aus Saint-Aubin heiratete, kamen zwei weitere Hektar Rebland dazu. Dies war der Anfang der bald hundertjährigen Erfolgsgeschichte der Domaine Etienne Sauzet, die sich durch Zukäufe in den 1950er Jahren auf siebeneinhalb Hektar vergrößerte. Etienne Sauzet war ein glänzender Geschäftsmann und Verkäufer, dem es gelang, seine Gewächse auf die Weinkarten der besten Pariser Restaurants zu bringen, was der Domaine den Durchbruch bescherte.

Sauzets einzige Tochter Colette heiratete den aus Volnay stammenden Winzer Jean Boillot, der auch Vizepräsident des Rugbyklubs von Beaune  war. Dies sollte Auswirkungen auf die Familiengeschichte haben, denn in dem Verein spielten neben Boillots Söhnen Henri und Jean-Marc auch ein talentierter junger Mann namens Gérard Boudot, der als flotter Flügelstürmer mit der Nummer 9 zu gefallen wusste. Bald hatte auch Boillots sportbegeisterte Tochter Jeanine ein Auge auf den kernigen Sportsmann geworfen, der aus Le Creusot im oberen Loiretal stammte. Nachdem die beiden einander nähergekommen waren, verwarf Gérard Boudot alsbald seine Pläne, in der klassischen Forstwirtschaft tätig zu werden. Stattdessen entschied er sich für ihre filigranste Form und besuchte die Weinbauschule in Beaune. Als frisch vermählter Schwiegersohn stieg er im Sommer 1974 in die Domaine Sauzet ein, dessen Gründer ein Jahr danach im Alter von zweiundsiebzig Jahren während der Traubenlese starb.

Für die Weißweinwinzer der Bourgogne waren es damals schwierige Zeiten. „Man konnte in der Region viele magere Kühe besichtigen,“ erinnert sich Gérard Boudot, „gottlob kaufte uns Bob Haas bis zum Jahr 1979 praktisch die gesamte Ernte ab“. Dessen Firma Vinyard Brands ist bis heute Exklusivimporteur von Sauzet in den Vereinigten Staaten.

Schritt für Schritt brachten Gérard und Jeanine Boudot das Weingut zu neuer Blüte und vergrößerten es auf insgesamt zwölf Hektar. Ende der 1980er Jahre keimten dann bei Colette Boillot erste Gedanken, die Weinberge des Gutes auf ihre drei Kinder zu verteilen, was schließlich im Jahr 1991 vollzogen wurde. Die Brüder Henri und Jean-Marc Boillot hatten bis 1985 das väterliche Weingut in Volnay gemeinsam geführt. Dann stieg Jean-Marc aus, arbeitete vier Jahre als Kellermeister bei Olivier Leflaive und übernahm danach das La Pommardière genannte Weingut seines Großvaters Henri Boillot in Pommard. Da kamen ihm die zugeteilten Weinberge aus Puligny-Montrachet gerade recht. Heute führt Jean-Marc Boillot das knapp zehn Hektar große Weingut zusammen mit Tochter Lydie und Sohn Benjamin.

Der jüngere Bruder Henri führte das väterliche Weingut in Volnay fort und überließ der Domaine Sauzet pachtweise die zugedachten Weinberge. Das überraschte insofern, als er mit seinem Großvater Etienne Sauzet lange über Kreuz gelegen und bis zu dessen Tod kaum noch ein Wort mit ihm gesprochen haben soll. Fünfzehn Jahre später verteilte Jean Boillot seinerseits die ihm gehörenden Weinberge auf seine drei Kinder. Tochter Jeanine tauschte nun ihren Erbanteil an den Weinbergen in Volnay gegen die Flächen ihres Bruders Henri in Puligny-Montrachet, und damit blieb in der Domaine Sauzet alles beim alten.

Für Gérard und Jeanine Boudot war dies höchst willkommen, denn durch den Wegfall der Weinberge an Jean-Marc Boillot hatte die Domaine Sauzet ja bereits ein Drittel des bisherigen Areals verloren. Darunter wertvolle Flächen in den Premier-Cru-Lagen La Truffière, Les Referts, Champ-Canet und Les Combettes sowie in der Ortslage von Puligny-Montrachet. Erhalten blieben den Boudots jedoch die – allerdings sehr überschaubaren – Parzellen in den Grand-Cru-Lagen Bâtard- und Bienvenue Bâtard-Montrachet.

Im Unterschied zu den schwierigen 1970er Jahren hatten sich die Grundstückspreise in Puligny-Montrachet inzwischen nach oben entwickelt. Weinbergskäufe standen für die Boudots deshalb zunächst nicht auf der Agenda.

Hingegen konnte man Anfang der 1990er Jahre noch Trauben und Fasswein zu halbwegs erträglichen Konditionen kaufen. Deshalb gründete Gérard Boudot neben dem Weingut ein kleines Handelshaus, das die benötigten Mengen zukaufte. Um am Markt nicht mit zwei unterschiedlichen Etiketten agieren zu müssen, verzichtete er bei den eigenen Weinen auf die werbewirksamere Bezeichnung „Mise au Domaine“ und vermarktet sie wie die übrigen Weine als  Maison Etienne Sauzet.

All das hat an Stil und Qualität der Weine nur  wenig verändert, sie zählen nach wie vor zu den gesuchtesten Weißweinen der Welt. Typische Beispiele für die Handschrift von Gérard Boudot sind der unerhört saftige, stets mit viel Frucht ausgestatte Premier Cru aus der Lage Les Combettes sowie der im Duft häufig an Brioche und Williams-Christ-Birne erinnernde Grand Cru aus dem Bâtard-Montrachet, dessen konzentrierter Körper im Mund sehr lange nachklingt.

Fünf Dutzend Winzerbetriebe bewirtschaften in Puligny-Montrachet eine Rebfläche von insgesamt zweihundertdreißig Hektar, wovon jeweils hundert Hektar als Ortslagen und Premier Cru eingestuft sind, nur einundzwanzig Hektar verteilen sich auf insgesamt vier Grand Crus. Ein hoher Prozentsatz davon gehört allerdings Weinhandelshäusern oder wird von ihnen im Fass gekauft, was dazu führt, dass nur der geringere Anteil von örtlichen Winzern abgefüllt wird.

Das unterschiedliche Terroir und die jeweilige Exposition wirken sich auf den Charakter der Lagen aus: Die Weinberge an der nordöstlichen Gemarkungsgrenze Richtung Meursault, etwa Chalumeaux, Champ-Canet, Combettes und Referts, bringen meist leichtere und floralere Weine hervor als die Lagen Les Pucelles und Caillerets im südwestlichen Teil der Appellation mit äußerst gehaltvollen und konzentrierten Weinen, die qualitativ mitunter an die benachbarten Grand Crus herankommen.

Mit dreieinhalb Hektar ist der Bienvenue Bâtard-Montrachet der kleinste Grand Cru von Puligny-Montrachet, der wie eine Enklave im Bâtard-Montrachet wirkt. Den Bâtard teilen sich Puligny und Chasagne übrigens ebenfalls zur Hälfte auf; er bringt deutlich herzhaftere Weine hervor als Montrachet und Chevalier-Montrachet, kann aber unter den Händen großer Weinmacher zu wahren Meisterwerken werden. Der Chevalier-Montrachet schließt sich unmittelbar oberhalb an den Montrachet an. Der karge Boden enthält nur wenig Lehm, dafür um so mehr kompakten Kalkstein. In der Regel entstehen dort Weine von enormer Würze und Konzentration, die sich stilistisch von den noblen Montrachets unterscheiden.

Gérard Boudot

Obschon die Ehe von Gérard und Jeanine Boudot im Jahr 2001 geschieden wurde, arbeiten die beiden bis heute im Weingut zusammen. Der älteste, inzwischen vierzig Jahre alte Sohn Nicolas ist Rechtsanwalt in Paris, wo auch die jüngere Tochter Elsa in der Filmbranche tätig ist. So fiel die Nachfolge im Weingut auf die ältere Tochter Emilie, die sich lange die Büroarbeit mit ihrer Mutter Jeanine teilte und heute die Verwaltungschefin ist.

Seit dem Jahr 2002 ist Emilie Boudot mit Benoît Riffault liiert, mit dem sie inzwischen zwei Kinder hat. Ursprünglich hatte der Winzersohn aus dem Loiretal nach dem Besuch der Weinbauschule in Beaune in die Heimat zurückkehren wollen, um mit seinem jüngeren Bruder Stéphane das väterliche Weingut in der Nähe von Sancerre fortzuführen. Stattdessen trat er vor vierzehn Jahren seinen Dienst in der Domaine Sauzet an und verantwortet seitdem zunehmend die Weinbergs- und Kellerarbeit, während sich Gérard Boudot heute mehr um die Betreuung der zahlreichen Besucher des Weinguts kümmert, das neben vier ständigen Mitarbeitern drei Teilzeitkräfte beschäftigt.

In den letzten Jahren ist die Domaine Sauzet auf dem Weg zur Biodynamie ein ganzes Stück vorangekommen, die Zertifizierung steht bald an. Die Trauben werden grundsätzlich von Hand gelesen, wofür die vierzig Erntekräfte eine gute Woche benötigen. Im Kelterhaus werden die Trauben geradezu pingelig sortiert und dann im Ganzen gepresst. Nach einer zwölfstündigen Sedimentation im Edelstahltank wird der Most zur alkoholischen Gärung in zweihundertachtundzwanzig Liter fassende Pièces abgezogen. Versuchsweise sind heute auch einige große Fässer im Einsatz, die der Größe eines Doppelstückfasses entsprechen, also zweitausendvierhundert Liter aufnehmen können.

Früher setzte Gérard Boudot sehr viel mehr auf neues Holz, was die Weine mitunter etwas zu vanillebetont und auch fett ausfallen ließ. „Heute suchen wir mehr die Mineralität und Salzigkeit“, erläutert Benoît Riffault. Für die Grands Crus wird nur mehr jedes dritte Fass erneuert, und bei den Premiers Crus geschieht dies gerade noch bei zwanzig Prozent. Eine Ausnahme macht man lediglich für Les Combettes, bei dem – analog zu den Grands Crus – ein Drittel der Pièces ersetzt wird. Um sich stilistisch nicht von einem Fasslieferanten abhängig zu machen, bezieht die Domaine die Pièces von drei Herstellern: Hauptlieferant ist die Tonnellerie François Frères in Saint Romain,  gefolgt von Damy in Meursault und Remond in Ladoix-Serrigny. Das verwendete Eichenholz stammt vorzugsweise aus den Wäldern im Allier und den Forêts Tronçais im Zentrum Frankreichs.

Der biologische Säureabbau der Jungweine vollzieht sich auf natürliche Weise, sobald die Kellertemperaturen im Frühjahr ansteigen. Insgesamt verweilen sie etwa ein Jahr auf der nur sporadisch aufgerührten Gärhefe und verbringen den zweiten Winter im Edelstahltank. Nach Schönung und Filtration erfolgt die Abfüllung dann meist im Februar oder März.

Nach Weinbergskäufen in den Premier-Cru-Lagen La Truffière und Champ-Canet im Jahr 2010 nähert sich die Weinbergsfläche wieder der Zehn-Hektargrenze. Der Zukaufanteil liegt heute nur mehr bei fünfzehn bis zwanzig Prozent.

Das liegt auch daran, dass die Mostpreise inzwischen schwindelerregende Höhen erreicht haben: Ein Liter Premier Cru kostet heute mindestens dreißig Euro, und Grands Crus sind kaum unter hundert zu bekommen. Zukünftig will sich Benoît Riffault im wesentlichen auf den Zukauf von Montrachet und Chevalier-Montrachet beschränken, wo man selbst nicht begütert ist. Für letztgenannten Weinberg gibt es seit 1992 einen besonderen Deal mit der Maison Bouchard Père & Fils, dem größten Besitzer in dieser prachtvollen Lage: Für vier Pièces Grand Cru liefert die Domaine Etienne Sauzet im Tausch fünfundzwanzig Fässer Puligny-Montrachet Village, weil Bouchard dort selbst kaum Reben besitzt. Aus dem noch etwas berühmteren Montrachet bezieht Sauzet je nach Jahrgang vier bis sechs Fässer von der Domaine Baron Thénard.

Heute hat kaum noch jemand die finanziellen Möglichkeiten, Weinberge in den Spitzenlagen von Puligny-Montrachet zu kaufen, schon gar keine Grands Crus, wo ein Hektar je nach Prominenz der Lage fünf bis zehn Millionen Euro kosten kann; Premiers Crus werden zu einer Million gehandelt. Dagegen muten 120.000 Euro für einen Hektar in der Ortslage von  Puligny-Montrachet wie ein Schnäppchen an, zumal auch diese Weine den Namen des berühmtesten Weinbergs auf dem Etikett führen. Ganz so wie Gevrey in den 1930er Jahren in Gevrey-Chambertin umbenannt wurde und Chambolle zu Chambolle-Musigny mutierte.

Ein neues Weinbergsprojekt zeichnet sich im fünf Kilometer entfernten Cormot-Le-Grand ab, wo Etienne Sauzet vor zwei Jahren fünf Hektar in der Appellation Hautes-Côtes de Beaune kaufen konnte. Im Vergleich zu Puligny-Montrachet  sind die Grundstücke dort fast geschenkt, für einen Quadratmeter zahlt man zwischen drei und vier Euro.  Inzwischen wurde die bislang überwiegend mit Pinot Noir bestockte Fläche gerodet, und demnächst wird sie komplett mit Chardonnay bepflanzt. Die Prognose sei gewagt: In ein paar Jahren wird Etienne Sauzet imstande sein, einen Wein anzubieten, der ein hervorragendes Preis-Genuss-Verhältnis aufweist. Erste Eindrücke davon wird der Jahrgang 2015 vermitteln, von dem es jedoch nur eine kleine Menge geben wird.

Um die Zukunft der Maison Etienne Sauzet muss einem also überhaupt nicht bange sein, im Gegenteil. In jüngster Zeit mehren sich in Fachkreisen gar Stimmen, dass die Sauzet-Weine inzwischen aus dem langen Schatten der benachbarten Domaine Leflaive hervorgetreten seien, die lange als das Non-Plus-Ultra in Puligny-Montrachet galt.

Der immer noch sportliche Gérard Boudot ist seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Golfspieler, fährt viel Rad und unternimmt Bergwandertouren in den Alpen und auf Korsika. Jedoch hat der inzwischen oberhalb von Beaune lebende Winzer auch musische Vorlieben. In seinem Haus in Mavilly-Mandelot empfängt er häufig Gäste zu Hauskonzerten mit klassischer Musik, am liebsten von Bach und Mozart.

Derweil ist Tochter Emilie darum bemüht, dauerhaft Ordnung in dem Familienbetrieb zu schaffen. Da auch Bruder und Schwester mit Schenkungen der Eltern bedacht wurden, hat die junge Gutsherrin ihren Geschwistern Angebote für die Übernahme von deren Anteilen unterbreitet. Dem Vernehmen nach sind die Transaktionen auf einem guten Weg und sollen spätestens im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Armin Diel verkostete dreiundzwanzig Weine der Domaine Etienne Sauzet, darunter eine Vertikale aus der Premier-Cru-Lage Puligny-Montrachet Les Combettes und fast den kompletten Jahrgang 2013.

2013 Bourgogne: Dieser Wein wird aus den Trauben von drei Parzellen komponiert. Mittelgelb mit zarten Grünreflexen; gefälliges Bukett, Lindenblüte, Aprikose und Ingwer; recht schlanker Körper, erinnert an Zitronengras, ansprechender Alltagswein. Sollte in den nächsten Jahren getrunken werden. 87 Punkte

2013 Puligny-Montrachet: Wird aus insgesamt zwölf rund um das Dorf gelegenem Crus komponiert. Mittelgelb mit zarten Grünreflexen; erinnert im Duft an Birne, Akazienhonig und Haselnuss; feine Fruchtstruktur, Pfirsich und Aprikose, pikantes Säurespiel, leicht salziger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2024, 89 Punkte

2013 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Folatières: Mitteltiefes Gelb mit deutlichen Grünreflexen; zeigt im Bukett eine ausgeprägt mineralische Note, Zitronengras und Minze; belebende Würze, eleganter Körper, nuancierte Frucht, spielt eher auf der finessenreichen Linie, edler Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2026, 91 Punkte

2013 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Perrières: Mitteltiefes Gelb mit deutlichen Grünreflexen; ausdrucksstarkes gelbfruchtiges Bukett, Aprikose, Pfirsich, etwas Kardamom; edle Fülle, exotisch anmutende Frucht, ein Hauch von Papaya und Muskatnuss, filigrane Säurestruktur, leicht salzige Note im Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2028, 92 Punkte

2013 Puligny-Montrachet Premier Cru Champ-Canet:Mitteltiefes Gelb mit deutlichen Grünreflexen; duftet nach Aprikose und Pfirisch, einem Hauch von Lindenblüte und Anis; konzentrierte Frucht mit exotischen Nuancen, etwas Mango und Ananas, pikante Würze und Finesse. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2013 Bienvenue Bâtard-Montrachet Grand Cru: Die Reben sind teilweise achtzig Jahre alt. Kräftiges Gelb mit zarten Grünreflexen; feinwürziges Bukett, duftet nach Lebkuchengewürz, Aprikose und Koriander; zeigt eine elegante Fülle, die durch eine verspielte Säure konterkariert wird, edler Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2032, 94 Punkte

2013 Bâtard-Montrachet Grand Cru: Kräftiges Gelb mit zarten Grünreflexen; geradezu überwältigendes Bukett, erinnert an Mango und Papaya, etwas Muskatnuss und Butterscotch; opulenter Körper, ein Hauch von Brioche und Holzrauch, überraschend feine Säure, leicht salziger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2032, 94 Punkte

2013 Montrachet Grand Cru: Kräftiges Gelb mit zarten Grünreflexen; aristokratisch anmutendes Bukett, viel gelbe Früchte, Orangenschale und Weißdorn; eleganter Körper, edle Würze, leicht salzige Note, noch eine Spur feiner und nachhaltiger als die übrigen Grands Crus. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

2013 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Wieder ein komplizierter, eher kühler und auch feuchter Jahrgang. Geringe Erntemenge. Mitteltiefes Gelb mit Grünschimmer; eher diskret anmutendes Bukett, Minze, Lindenblüte und Weißdorn; ansprechende Frucht, ausgewogene Säure, schöner Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2012 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Drei Hagelschläge beschränkten die Aussichten hinsichtlich Qualität und Menge. Helles Gelb mit zarten Grünreflexen; recht verhaltenes Bukett, geröstete Haselnuss, Fenchel und Akazienhonig; stoffiger Körper, hat viel Druck, verhaltene Säure. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2011 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Ein klassischer Jahrgang mittlerer Reife, der mitunter überraschen kann. Recht helles Gelb mit deutlichen Grünreflexen; erinnert an Cox Orange, Pfirsich und Mirabellen; offenbart viel Frucht, Birne, Mango, etwas Butterscotch, feines Säurespiel, salzige Note im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

2010 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Qualitativ kreuzen die Weine mit denen des Vorjahres die Klinge, bei deutlich niedrigeren Erträgen. Glänzendes Mittelgelb; feinrauchiges Bukett, Pfirsich und Aprikose; sehr kräftiger Wein, der Muskeln zeigt, feines Säurespiel im Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 97 Punkte

2009 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Bislang der letzte Jahrgang, der zugleich großartige Qualitäten und auskömmliche Erntemengen erbrachte. Recht helles Gelb mit zarten Grünreflexen; rauchiges Bukett, Vanille, Pfirsich und Quitte; komplexer Körper, feines Säurespiel, kräftiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 96 Punkte

2008 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Erneut ein mittelreifer Jahrgang, verbreitete Fäulnis erforderte eine strikte Selektion bei der Ernte. Gelb mit dezenten Grünreflexen; duftet nach Weißdorn, Zitronenmelisse und Mandeln; überraschend schöne Frucht, balancierter Körper, würziger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2007 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Gilt als mittelreifer Jahrgang, der gefällige Weine hervorbrachte. Gelb mit Goldreflexen; im Duft deutlich von rosa Pampelmuse und Limone geprägt, etwas Minze; mittlerer Körper, lebendiges Säurespiel, passabler Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2022, 90 Punkte

2006 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Gewitter kurz vor der Ernte beschädigten das Lesegut, was vermehrt zu Fäulnis führte. Goldgelbe Farbe; duftet nach Weißdorn, Cox Orange und Quitte; opulenter Körper, der auf kräftigen Alkohol hindeutet, etwas matte Frucht am Ende. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 89 Punkte

2005 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Sehr guter Jahrgang, der konzentrierte und sehr langlebige Weine erbrachte. Zarte goldgelbe Farbe; komplexes Bukett, Aprikose und Pfirsich spielen mit Lindenblüte und Trockenfrüchten; gut strukturierter, seriöser Wein, zarte Vanillenote im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

2004 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Allenfalls ein mittlerer Jahrgang, der eher kurzlebige Weine hervorbrachte. Kräftiges Goldgelb; etwas Anis und Muskatnuss im Duft, leicht laktische Note, die zur Oxidation neigt; passable Frucht, es fehlt an Körper und Säure, kaum Nachhall. Sollte alsbald getrunken werden. 88 Punkte

2003 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Aufgrund des trocknen und heißen Sommers galt der Jahrgang als problematisch. Sattes Goldgelb; erneut florale Noten, Aprikose, Pfirsich; unerhört konzentriert und saftig, aber keineswegs monströs, ein Hauch von Butterscotch, mineralischer Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 93 Punkte

2002 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Ein rundum gelungener Jahrgang mit strahlenden Weinen! Helles Goldgelb mit Grünreflexen; florales Bukett, weißer Pfirsich, Aprikose; bestens balancierte Frucht, rassiger Körper, elegante Struktur, ein Hauch von Kardamom, großartiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 96 Punkte

2001 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Einer der schwächeren Jahrgänge seit 2000. Zartes Goldgelb; eher verhaltenes Bukett, erinnert an Lindenblüte, Birne und Zitronengras; mittlerer Körper, dezentes Säurespiel, hat bereits deutlich an Spannkraft verloren. Sollte in den nächsten Jahren getrunken werden. 90 Punkte

1999 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Quantitativ ein reicher Jahrgang. Kräftiges Goldgelb; erinnert im Duft an Aprikose, Cox Orange und auch etwas an Banane; stoffiger Körper, nur andeutungsweise schmeckbare Süße, verhaltene Säure, opulenter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2024, 93 Punkte

1996 Puligny-Montrachet Premier Cru Les Combettes: Goldgelbe Farbe; recht florales Bukett, Anklänge von getrockneten Lindenblüten und auch etwas Minze; eher feingliedrige Struktur, recht eleganter Köper, zartes Säurespiel, zeigt deutlich Reife, feinherber Abklang. Sollte in den nächsten Jahren getrunken werden, 90 Punkte

Erstabdruck in FINE Das Weinmagazin 2/2016

Fotos BERNDT HOCHMANN