Burgund

Maison Faiveley, Nuits Saint Georges

Die Maison Faiveley hat ihren Sitz in Nuits Saint Georges und ist damit das einzige alt eingesessene burgundische Handelshaus, das nicht in Beaune residiert. Von kleinen Anfängen im Jahr 1825 ist daraus ein prachtvolles Weingut mit mehr als einhundertvierzig Hektar Weinbergen erwachsen. Nach einer zweieinhalb Jahre dauernden Umbauphase wurde im vergangenen Frühjahr eine der spektakulärsten Kellereien der Bourgogne in Betrieb genommen.

Mir gegenüber sitzt ein junger Mann in den besten Jahren: Durchtrainierter Körper, stahlblaue Augen und Dreitagesbart. Erwan Faiveley, der knapp vierzigjährige Chef der Domaine Faiveley, lebt heute in Paris, geboren und aufgewachsen ist er jedoch in Nuits Saint Georges, sein Abitur machte er in Dijon.  Schon damals hätte er sich für das Weingut interessiert, folgte aber dem Rat des Vaters, zunächst etwas „Vernünftiges“ zu machen. Standesgemäß absolvierte er als Bachelor am Europa Campus in Paris und anschließend als Master of Business Administration an der Columbia Business School in New York, wo er dann noch eine Weile in der Finanzwirtschaft tätig war. 

Als Vater Francois im Jahr 2005 seinen Nachfolger suchte, griff der siebenundzwanzigjährige Erwan Faiveley zu. „Wenn ich damals nicht gesprungen wäre, hätte Papa wohl einen familienfremden Generaldirektor eingestellt und wer weiß, wie die Geschichte dann weitergegangen wäre,“ erinnert sich Erwan, der heute regelmäßig mit dem TGV zwischen Paris und Dijon pendelt und dafür weniger als zwei Stunden benötigt. Seinerzeit stellte ihm der Vater mit Bernard Hervet einen erfahrenen Berater zur Seite, der maßgeblichen Anteil an dem qualitativen Aufschwung der Maison Faiveley haben sollte. Hervet hatte sich vorher bereits Meriten bei der Maison Bouchard Père et Fils in Beaune erworben, als er nach dem 1995 erfolgten Verkauf des Hauses an Joseph Henriot aus der Champagne segensreiche Arbeit leistete.

Eine kleine Rückblende in die Anfänge des neunzehnten Jahrhunderts: Als der 1792 in Nuits geborene Schustermeister Pierre Faiveley zunehmendes Interesse für den Wein verspürte, gründete er 1825 ein Weinhandelshaus. Sein im Gründungsjahr zur Welt gekommener Sohn Joseph war zunächst ebenfalls als Handwerker tätig, er verdiente sein Geld als Maler und Glaser; das Weingeschäft des Vaters übernahm er erst nach dessen Tod im Jahr 1860. Es war die Zeit unter Napoleon III, als in Frankreich wirtschaftlicher Erfolg mit einer Phase des Liberalismus einherging. Joseph Faiveley begann die Weine nun auch ins Ausland zu verkaufen, etwa nach Belgien und in die Niederlande. Neben den Weinbergen, die er von seinem Vater und dem gleichnamigen Onkel Joseph geerbt hatte, konnte Faiveley in den 1870er Jahren zahlreiche Weinberge in Nuits und auch den Corton Clos des Corton erwerben, der 1937 als Grand Cru klassifiziert werden sollte und heute als Monopollage den Namen der Besitzerfamilie in seiner offiziellen Bezeichnung trägt. Joseph Faiveley führte die Geschäfte bis ins hohe Alter und verstarb 1923 mit achtundneunzig Jahren.

Sein Sohn Francois, der einige Jahre als Arzt tätig war, trat 1889 die Nachfolge an, er hatte dann aber enorme Probleme zu gewärtigen: Die Reblaus zerstörte die Weinberge der Bourgogne, was um ein Haar auch das Ende der Maison Faiveley bedeutet hätte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges übernahm dessen Sohn Georges das Weingut und auch er sollte bald schwierigen Zeiten entgegensteuern. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise um das Jahr 1930 kam der Weinhandel nahezu zum Erliegen. Die Keller waren prall gefüllt und das Eichenholz für die Fässer war damals teurer als der darin lagernde Grand Cru. Auf dem Höhepunkt der Krise nutzte Faiveley die Chance, einen günstigen Pachtvertrag mit Seidenhändlern aus Lyon auszuhandeln, die ihre Weinberge in Mercurey an der Côte Chalonnaise los werden wollten, der Vertrag sollte dreißig Jahre währen. Aufgrund des nach wie vor mauen Geschäftes konnte Faiveley bald danach für kleines Geld Weinberge in Gevrey-Chambertin kaufen, darunter erstklassige Parzellen in den Grand-Cru-Lagen Latricières-Chambertin, Mazis-Chambertin und Chambertin Clos de Bèze. Irgendwie glaubte er halt an die Zukunft des Weines und hatte obendrein eine fabelhafte Idee: „Wenn wir unseren Wein schon nicht verkaufen können, wollen wir wenigstens Freunde einladen, um sie gemeinsam mit ihnen zu trinken,“ lautet ein überliefertes Zitat von Georges Faiveley. Mit seinem Freund Camille Rodier gründete er 1934 die Confrérie des Chevaliers du Tastevin und ließ damit die alte Tradition einer Weinbruderschaft aus dem Mittelalter aufleben. Die Confrérie ist seitdem im Schloss von Clos Vougeot ansässig und entwickelte sich zu einem formidablen Präsentierteller des Burgunderweines. Im Rahmen weinseliger Diners werden dort bis heute Prominente des öffentlichen Lebens aus der ganzen Welt mit einer Weinrebe zum Chevalier du Tastevin geschlagen. Als Georges Faiveley 1968 im Alter von einundneunzig Jahren starb, konnte er auf ein erfülltes Leben zurückblicken und zufrieden feststellen, dass der Absatz des Burgunderweines längst wieder florierte.

Georges Faiveleys Sohn Guy war am 1. August 1914 in Paris zur Welt gekommen, also just an dem Tag, als die Allierten Deutschland den Krieg erklärten. Guy Faiveley absolvierte die Elite-Universität der Hautes Études Commerciales in Paris und promovierte außerdem als Jurist. Im Jahr 1945 ehelichte er Yvonne Faiveley, was insofern zu der ungewöhnlichen Situation führte, als Beide den gleichen Familiennamen trugen, es zwischen ihnen aber keinerlei genealogische Verbindung gab. Durch diese Heirat kamen zwei völlig unterschiedliche Geschäftsfelder zusammen, denn Yvonne Faiveleys Familie war in der industriellen Welt verortet. Ihr Großvater Paul-Louis-Auguste Faiveley hatte an der Konstruktion der legendären Ligne 1 der Pariser Metro mitgewirkt. Im Jahr 1919 gründete ihr Vater Louis Faiveley seine Firma, aus der später Faiveley Transports hervorgegangen ist. Dieses Unternehmen spielt noch immer eine führende Rolle in der europäischen Eisenbahnbranche und dient der Familie über den Weinbau hinaus als willkommene Einkunftsquelle.

Zwei Jahre nach der Hochzeit kam Guy Faiveley in das inzwischen in Nuits Saint Georges umbenannte Städtchen an der Côte d´Or, um den Spuren seines Vaters zu folgen: 1963 kaufte er die gepachteten Weinberge in Mercurey, für die seinerzeit ein Vorkaufsrecht vereinbart worden war. Ein Jahr nach dem Tod seines Vater übernahm Guy Faiveley 1969 als Grand Maître den Vorsitz der Confrérie des Chevaliers du Tastevin und empfängt in dieser Funktion zahllose internationale Celebritäten, unter anderem die Mitglieder die Besatzung der amerikanischen Weltraummission Apollo 9.

Im Jahr 1976 übergab Guy Faiveley die Leitung des Weingutes an seinen fünfundzwanzigjährigen Sohn Francois, der die Rebfläche des Gutes um weitere Zukäufe in Montagny, Mercurey und Nuits Saint Georges vergrößerte. Es begannen die Zeiten, als Weinjournalisten die burgundischen Winzer besuchten, um deren Weine vom Fass zu verkosten, um darüber zu berichten. Zu den regelmäßigen Besuchern im Keller von Francois Faiveley zählte auch ein junger Amerikaner namens Robert Parker. Die beiden freundeten sich regelrecht an, Parker nächtigte sogar regelmäßig bei den Faiveleys, wenn er auf Verkostungstour war.

Mit dem Jahrgang 1993 kam es dann zum überraschenden Bruch dieser vermeintlichen Freundschaft. Bei einem kleinen Mittagessen in Nuits Saint Georges klärt Erwan Faiveley mich über die Details dieser Causa auf: Parker hatte in seinem Buch „Wine Buyers Guide“ behauptet, dass die Weine, die er in Nuits-Saint-Georges vom Fass verkostet hat, nichts mit denen zu tun hätten, die er später in den Vereinigte Staaten aus der Flasche probierte. Seinem Ex-Freund Faiveley unterstellte Parker damit also unredliches Verhalten. Der ließ das natürlich nicht auf sich sitzen und beauftragte einen Anwalt damit, die Aussichten für eine Klage in den USA zu prüfen. Das dort geltende  Recht der Presse- und Berufsfreiheit ließ einen solchen Versuch jedoch als wenig aussichtslos erscheinen. Stattdessen ließ Faiveley seinen Anwalt in Paris einige Exemplare von Parkers Buch mit dem inkriminierten Kapitel kaufen und klagte nun in Frankreich. Der zuständige Richter kam höchstpersönlich nach Nuits Saint Georges, um sich nach den örtlichen Verhältnissen zu erkundigen. Außerdem ließ er in Paris eine Blindverkostung mit Sommeliers und Journalisten ausrichten, bei der die von Parker so barsch kritisierten Weine auf dem Tisch standen. Das Ergebnis war ein voller Erfolg für Francois Faiveley, dessen Weine ausdrücklich gelobt wurden und sich als völlig fehlerfrei erwiesen: Daraufhin mussten alle in Europa noch vorhandenen Exemplare von Parkers Buch aus dem Verkehr gezogen werden. Außerdem wurde vergleichsweise vereinbart, dass Parker einen Dollar als symbolischen Schadenersatz leisten musste. Obschon in dem Pariser Verfahren Stillschweigen vereinbart worden war, gab Parker keine Ruhe und behauptete weiterhin, dass Faiveley ihn ruinieren wolle, indem er Millionen Dollar von ihm verlange. Robert Parker wurde fürderhin kaum noch in Burgund gesehen und schickte seinen Adlatus Pierre-Antoine Rovani zum Verkosten an die Côte d´Or. Und natürlich tauchten keine Faiveley-Weine mehr in seinen Newslettern und Büchern auf.

Erwan Faiveley weiß selbst, dass der von seinem Vater gepflegte Weinstil eher dem mächtigen Burgundertypus entsprach. Eine lange Extraktion der Trauben während der Gärung spielte hierbei eine Rolle, ebenso der Einsatz vieler neuer Eichenfässer.

Seit der Übernahme der Verantwortung durch Erwan Faiveley hat sich der Stil der Weine verändert. Damals gab es riesige Bestände und die Weine waren kantig hart. Der junge Chef war von Anfang an darauf bedacht, feinere Weine zu erzeugen, die sich auch nach der Abfüllung etwas zugänglicher präsentieren.

Heute werden die Trauben im Kelterhaus von Hand selektiert und meist entrappt. Die früher oft vier Wochen dauernde Maceration reduzierte Faiveley auf die Hälfte und implementierte ein auf Schwerkraft beruhendes Transportsysten anstatt wie vorher die Maische zu pumpen.

Auch den Anteil neuer Fässer ließ er reduzieren. Mitunter werden die Pièces im ersten Jahr für einfachere Weine benutzt, die in größeren Cuvées untergehen; im zweiten Jahr sind sie dann ideal für den Einsatz der besseren Crus.

Beim Weißwein indes gab es weit weniger Veränderungen: Die von Hand gelesenen Trauben werden nicht entrappt und vor der Pressung nur leicht gemahlen. Je nach Herkunft der Trauben erfolgt die Gärung in Edelstahltanks und Holzfässern.

Diese Änderungen hat Erwan Faiveley Schritt für Schritt umgesetzt, seitdem mit Jérôme Flous ein kongenialer Weinmacher im Hause ist, der Tür an Tür mit seinem jungen Chef arbeitet. Flous übernahm 2007 die vakante Stelle des früheren Kellereidirektors Régis Surrel, der 2003 an einem Herzleiden verstorben war.

Zuvor war Jérôme Flous acht Jahre bei Michael Paetzold in Chassagne-Montrachet tätig, einem international tätigen Dienstleister in Sachen Weinbau mit geschätzt achttausend Kunden. Als die Anfrage von Faiveley kam, hat Flous kaum gezögert, denn er wollte endlich Wein machen und nicht nur bei der technischen Umsetzung helfen. Jérôme Flous wurde 1973 in Paris geboren, aufgewachsen ist er in Gradignan. Seine Frau, die ihm zwei Kinder schenkte, ist beruflich als Hebamme tätig. Privat ist Jérôme Flous ein leidenschaftlicher Läufer, Schwimmer und Radfahrer, im Winter läuft er gern Ski. Zu seinen besonderen Hobbies zählt auch die Arbeit in seinem häuslichen Garten.

Heute ist Flous für insgesamt achtzig Mitarbeiter zuständig, wozu auch drei Kellermeister und ebenso viele Weinbergsmanager in Nuits Saint Georges, Mercurey und – seit dem Kauf der siebzehn Hektar zählenden Domaine Billaud-Simon – auch in Chablis zählen.

Überhaupt ist die Politik des Hauses Faiveley seit der Übernahme durch Erwan auf weitere Expansion ausgerichtet. Heute umfasst die Rebfläche stattliche einhunderteinundvierzig Hektar, Faiveley ist damit einer der größten Besitzer in der Bourgogne, wo wertvollste Weinberge in zehn Grand-Cru-Lagen zählen.

Bei einem Eigenanteil von fünfundsiebzig Prozent stellt sich die Frage, ob Faiveley überhaupt noch als Maison zu betrachten ist. „Als ich vor dreizehn Jahren anfing, war es mir wichtig, als Weingut zu gelten. Mit einer jährlichen Erzeugung von einer Million Flaschen sind wir heute als Domaine ziemlich groß und als Händler eher klein,“ bekräftigt Erwan Faiveley. Gut sechzig Prozent der Weine gehen heute in den Export. Wichtigste Märkte sind etwa zu gleichen Teilen die Vereinigten Staaten, Asien und die europäischen Nachbarländer, das Gros verbleibe aber in Frankreich. Den Jahresumsatz beziffert Erwan Faiveley auf achtzehn bis zwanzig Millionen. Ob er sich denn vorstellen könne, irgendwann ganz auf den Zukauf von Trauben zu verzichten? „So weit wird es wohl nicht kommen, denn auch auf diesen Teil unserer Geschichte sind wir stolz!“

Nach wie vor ist es Burgund offiziell nicht erlaubt, Domaine-Weine und zugekaufte Weine im gleichen Keller auszubauen und zu lagern. „Ich wollte das einmal genau wissen und habe mich deshalb bei dem Chef des Zollamts danach erkundigt,“ berichtet Erwan Faiveley. Ja, es sei nach wie vor verboten, aber da es alle machen, werde es bis auf weiteres geduldet.

Die kürzlich in der Rue du Tribourg, Nummer 38, in Nuits Saint Georges wieder eröffnete Kellerei bietet für alle vollzogenen und noch in Planung befindlichen Neuerungen ein perfektes Umfeld. Vor zweihundert Jahren dienten die großzügig bemessenen Räumlichkeiten dem Sekthersteller Labouré-Gontard. Da Großvater Guy mit der Witwe gut befreundet war, konnte man die Räume vor vierzig Jahren mieten. Auf insgesamt dreitausend Quadratmeter ist nun Platz für ebenso viele Fässer, da würden spielend zwei Faiveley-Ernten hineinpassen. Der beinahe hundert Meter lange Gärkeller erinnert an eine historische Bahnhofshalle. Einbezogen in die Arbeiten wurden auch neue stilvolle Empfangsräume.

Die acht Millionen teure Renovation der Kellerei wurde durch den aus Chalon sur Saône stammenden Architekten Gilles Gauvin orchestriert. Vorgaben der Eigentümer hatte er nur wenige zu beachten: Man wünsche sich einen Anmutung des neunzehnten Jahrhunderts und es sollen noble Materialien zum Einsatz kommen: Stahl, Holz und Stein. Das hat der Maître offenbar wörtlich genommen, denn allein der Steinmetz war neun Monate an Ort und Stelle tätig.

Seit 2014 genießt Erwan Faiveley familiäre Unterstützung durch seine Schwester Eve, die ebenfalls in Paris lebt und sich schwerpunktmäßig um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert.. Zum ersten Mal in der beinahe 200jährigen Geschichte des Hauses Faiveley ist damit eine Frau in der Direktion tätig. Das gemeinsam postulierte Ziel der beiden Geschwister ist es, das Gut für zukünftige Generationen zu bewahren. Ein ehrenwertes Ansinnen, gewiss, allein mangelt es bislang an entsprechendem Nachwuchs, denn ebenso wie der als Journalist tätige Bruder, sind alle drei Faiveleys bislang unverheiratet.

Während die aktuelle Generation sich also Gedanken um die Zukunft der Maison Faiveley machen darf, schippert Vater Francois seit Jahren mit seinem Segelboot über die Ozeane, gemeinsam mit dem Winzerkollegen Philippe Senard aus Aloxe-Corton hat er die Welt bereits zwei Mal umsegelt. Die Weinvorräte an Bord sind insofern auskömmlich, als pro Person und Tag mindestens eine Flasche als Proviant eingeplant ist.

Armin Diel verkostet elf Rotweine der Jahrgänge von 1998 bis 2016 aus dem Grand Cru Corton des Cortons Faiveley, der Spitzenlage des Hauses.

2016 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Um vollreife Trauben ernten zu können musste man den Lesebeginn hinauszögern. In Ausnahmefällen können die Weine dieses mengenmäßig gering ausgefallenen Jahrgangs sogar ihre Vorgänger übertreffen. Sehr dunkle  violettrote Farbe; duftet nach schwarzen Früchten, etwas Lakritz und Trüffeln; süßliche Fruchtfülle, bestens austarierte Tannine, großartiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum von 2025 bis 2040, 97 Punkte

2015 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Die Witterungsbedingungen waren optimal, um reichhaltige Weine mit großartigem Alterungspotenzial zu erzeugen. Dichtes Dukelrot mit deutlichen Violettreflexen; duftet nach Veilchen, Lilie und Schwarzkirsche; saftige Fruchtfülle, anklingende Süße, geradezu seidige Tannine, großartiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum von 2025 bis 2035, 96 Punkte

2014 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: In Burgund spricht man von einem klassischen Jahrgang, der mittelgewichtige, bald konsumfertige Weine erbrachte. Mitteltiefes Rubinrot mit zarten Lilareflexen; delikates Fruchtbukett, das an Kirschen und Waldbeeren erinnert; ansprechender Körper, Frucht und Tannine vermählen sich auf delikate Weise, schon jetz mit Frezde zu trinken. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 92 Punkte

2013 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Eher ein kühler Jahrgang, der frische, knackige Weine mit belebender Säure erbrachte. Deutliche Lilatöne im mittleren Rubinrot; in den Duft von Himbeeren und Kirschen mischen sich feinherrbe Mandeltöne; feinrassige Frucht, mittlerer Körper, herzhafte Tannine im feinherben Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 90 Punkte

2012 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Der eigentlich nur als passabel eingeschätzte Jahrgang erbrachte überraschend reichhaltige Weine mit gutem Entwicklungspotenzial. Gut gedecktes Rubinrot; im Duft dominieren Schwarzkirschen und Erdbeeren sowie etwas Schokolade; im Geschmack zeigt sich eine schöne Frucht, begleitet von sanften Tanninen, saftiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2011 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Die Lese begann bereits Ende August und ist damit – gemeinsam mit 2003 und 2007 – eine der frühesten Ernten der Geschichte. Die Weine päsentieren sich eher feinherb im Stil. Gut gedecktes Rubinrot mit zarten Lilareflexen; duftet nach Brombeere, Süßholz und Waldpilzen; anklingende Fruchtsüße, ein Hauch von Haselnußschokolade, herzhafte Tannine, feinherber Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 91 Punkte

2010 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Ein rundum gelungener Jahrgang, der saftige und langlebige Weine hervorbrachte. Gut gedecktes Rubinrot mit zarten Lilareflexen; im Duft dominieren Veilchen und rote Kirschen; ausgesprochen feine Frucht, belebende Mineralität, verfügt über beachtliches Entwicklungspotenzial. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

2009 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Großartiger Jahrgang, der alle Voraussetzungen für die Erzeugung perfekter Pinot Noirs bot. Kräftiges Rubinrot mit zarten Orangetönen am Rand; saftiger Körper, süßlich anmutende Frucht, perfekt eingebundene Tannine, langer Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030. 94 Punkte

2008 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Der erste Jahrgang des neuen Kellermeisters Jérôme Flous bescherte eine späte Lese mit Weinen, die von einer belebenden Frische geprägt sind. Recht helles Rubinrot; fein strukturiertes Bukett, das zwischen Veilchen und Kirsche changiert; eleganter Körper, würzige Frucht, markanter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 93 Punkte

2007 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Der Jahrgang erbrachte ansprechende, bald konsumfertige Weine, denen es häufig aber an Tiefgang fehlte. Recht helles Rubinrot mit zartem Gelbrand; feiner Kirschduft, etwas Sandelholz und Wildkräuter; besticht durch eine feine Frucht und sanfte Tannine, eleganter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2006 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Ein eher unspektakulärer Jahrgang mit verlässlichen Qualitäten; Ausreißer nach oben sind selten. Gut gedecktes Rubinrot ohne jeden Gelbrand; fein strukturiertes Bukett, welches von Schwarzkirsche und Wildkräutern geprägt ist; mittlere Fruchttiefe, feste Tannine vermitteln eine herzhafte Note im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2022, 91 Punkte

2005 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Zählt zu den komplettesten Jahrgänge seit dem Millennium, der sehr komplexe und alterungsfähige Weine hevorbrachte. Gutes Rubinrot ohne jeden Orangerand; duftet nach Johannisbeere, Kirsche und Tabak; lebendige Frucht, feine Tannine, gute Balance, markanter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2003 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Aufgrund des heißen und trockenen Sommer begann die Ernte bereits Ende August. Die Weine wurden zunächst als überkonzentriert und alkoholisch bezeichnet, sie sind nach fünfzehn Jahren Reife mitunter aber von erstaunlicher Güte. Stabiles Rubinrot mit dünnem Orangerand; duftet nach Orangenzeste, Schokolade und Pflaumenmus; opulenter Körper, süßliche Fülle, bestens eingebundene Tannine, satter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

1999 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Während der Ernte gab es starke Regenfälle, welche die vollreifen Trauben aufbliesen und die Erntemenge vergrößerte. Mitteltiefes Rubinrot mit deutlichem Orangerand; duftet nach Sandelholz und Brombeere, deutliche Vanillenoten, etwas Liebstöckel; barocker Stil, dominiert von herzhaften Tanninen, feinherber Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2022, 90 Punkte

1998 Domaine Faiveley Corton Clos des Cortons Faiveley Grand Cru: Ein mittelreifer Jahrgang, der Weine mit kräftigen Tanninen erbrachte, die auch durch Lagerung kaum sanfter wurden. Mitteltiefes Rubinrot mit zartem Orangerand; duftet nach feuchtem Unterholz, Sojasauce und Wacholder; herzhafter Körper, markante Tannine, feinherbe Noten im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 88 Punkte

Erstabdruck in FINE Das Weinmagazin 3|2018