Burgund

Domaine Comte Georges de Vogüé, Chambolle-Musigny

Glanzvolle Burgunder-Weine wie Samt und Seide

Mit seinen dreihundert Einwohnern ist Chambolle-Musigny das ursprünglichste burgundische Winzerdorf an der gesamten Côte de Nuits geblieben: eine Kirche, eine Schule, ein Kindergarten, gleich daneben das Rathaus, ein Hotel, zwei Restaurants und eine Spenglerei, sonst nichts. Ach ja, Winzer gibt es natürlich auch noch, neunundvierzig an der Zahl, die sich die einhundertsechsundsiebzig Hektar umfassende Rebfläche des Dorfes teilen. Von Dijon kommend erreicht man es über Morey-Saint-Denis auf der Route des Grands Crus, von Beaune aus verlässt man die Route Nationale 74 am Kreisel von Vougeot und fährt zwei Kilometer sanft bergauf. Vorbei am berühmten Schloss Clos de Vougeot, wo die Weinbruderschaft der Chevaliers du Tastevin ihre Grands Chapitres abhält, um bei festlichen Diners dem Burgunderwein zu huldigen. Vorbei auch an dem kleinen Friedhof von Chambolle-Musigny, der rechts der Straße mitten im Weinberg liegt. 

Nachdem Mönche aus dem einige Kilometer entfernten Kloster Cîteaux den Flecken im 12. Jahrhundert gegründet hatten, erschien er zunächst unter dem Namen Cambolla in den Urkunden, woraus zweihundert Jahre später Chambolle wurde. Ende des 19. Jahrhunderts fügte man den Namen seines berühmtesten Weinbergs hinzu – und so entstand Chambolle-Musigny.

Mit einiger Berechtigung sagt man Chambolle-Musigny nach, dass hier die vielleicht feinsten Rotweine der gesamten Bourgogne gedeihen. Das mag daran liegen, dass die Böden weitaus weniger Lehm aufweisen als die der Nachbargemeinden Vougeot und Morey-Saint-Denis, dafür aber mehr Kalkstein, Mergel und kiesiges Geröll. Der französische Historiker Gaston Roupnel, der in den 1920er Jahren einen eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für burgundische Geschichte an der Universität von Dijon innehatte, verglich die Weine aus Chambolle-Musigny emphatisch mit Samt und Seide und attestierte ihnen eine geradezu himmlische Finesse.

Der Weinort und vor allem die Lage Musigny sind untrennbar verbunden mit der historischen Domaine Comte Georges de Vogüé, die sich seit 1766 über  Generationen hinweg in Familienbesitz befindet. Der erste Namensträger hieß Cerice François Melchior de Vogüé. Ihre absolute Blütezeit erlebte die Domaine unter der Leitung von Comte Georges de Vogüé, der das nach ihm benannte Gut in der Mitte des zwanzigsten Jahrhundert zu Weltruhm führte. Gemeinsam mit der Domaine de la Romanée-Conti galt es bis Mitte der 1970er Jahre als Speerspitze des burgundischen Weinbaus. Manche Kritiker behaupten, die Qualität der Weine sei in den letzten Jahren vor dem Tod des Grafen 1987 nicht mehr über jeden Zweifel erhaben gewesen. Heute gehört die Domaine Comte de Vogüé den Schwestern Claire de Causans und Marie de Ladoucette, seinen Enkeltöchtern. Anders als die meisten ihrer Vorfahren, die in dem vergleichsweise eleganten Gebäude in der engen Rue de Barbe unweit der Kirche von Chambolle-Musigny lebten, behielten die beiden Damen ihren Wohnsitz in Paris bei, ganz so wie es schon ihr Großvater und später auch ihre Mutter Elisabeth de Ladoucette gehalten hatten. Alle paar Wochen kommt eine der beiden aber an die Côte de Nuits, um dort nach dem Rechten zu sehen.

Das historische Gutsgebäude

Das Tagesgeschäft im Weingut verantworten heute drei überaus kompetente Fachleute, die dem Ansehen der Domaine in den vergangenen zwanzig Jahren wieder neuen Glanz verliehen haben: Seit 1986 ist der Oenologe François Millet als Kellermeister für den Ausbau der Weine verantwortlich, während der Kaufmann Jean-Luc Pépin sich seit 1988 um Verkauf und Marketing kümmert. 1996 komplettierte Eric Bourgogne als neuer Weinbergschef das Trio.

In bleibender Erinnerung ist mir mein erster Besuch in der Domaine de Vogüé im November 1981. Damals empfing uns noch der ebenso joviale wie charismatische Kellermeister Alain Roumier, dessen Vater und Großvater schon als Maîtres de Chais im Gut des Grafen tätig gewesen waren. Geduldig holte er mit seiner gläsernen Pipette einen Wein nach dem anderen aus den kleinen Eichenholzfässern. Nach der Verkostung des gefälligen Jahrgangs 1980 ging Monsieur Roumier, der hier dreißig Jahre lang die Weine ausgebaut hat, in die Schatzkammer und kam mit zwei Flaschen ohne Etikett zurück. Er öffnete beide, und wir waren sehr gespannt, was er uns wohl als Höhepunkt unseres Besuchs präsentieren würde. Die erste Flasche, ein Rotwein, verströmte einen wunderbaren Duft von reifen schwarzen Kirschen und entfaltete im Mund eine überaus generöse Frucht. Natürlich waren wir völlig überfordert, als uns der Kellermeister schmunzelnd nach Lage und Jahrgang fragte. Es war ein 1976er Musigny Grand Cru! Noch schwieriger war es, das Alter des zweiten Weins zu erraten: ein Weißwein, also ein weißer Musigny – aus dem Jahr 1978. Demütig schnüffelten wir an dem nach Lindenblüte und Birne duftenden Wein und bedankten uns für den großartigen Empfang. „Einen Moment“, sagte Alain Roumier beim Abschied und drückte mir die beiden Flaschen, die er zuvor wieder verschlossen hatte, in die Hand: „Die trinken Sie mit Ihren Freunden jetzt im Weinberg leer!“ Welch fabelhafte Idee! Wir fuhren den Hügel hinunter nach Vougeot, kauften Baguette und Käse und ließen uns bei strahlendem Sonnenschein in unmittelbarer Nähe des Schlosses Clos de Vougeot zu einem formidablen Picknick nieder.

Seitdem sind mehr als dreißig Jahre vergangen, in denen ich häufig – mitunter sogar mehrmals im Jahr – nach Chambolle-Musigny zurückkehrte und so die qualitative Renaissance der Domaine Comte de Vogüé bestens verfolgen konnte. Obwohl das Gut offiziell nicht als ökologisch zertifiziert ist, leistet Eric Bourgogne seine vorbildliche  Weinbergsarbeit heute nach diesen Prinzipien. Aufgrund eines restriktiven Rebschnitts und einer sorgsam durchgeführten Grünen Lese sind die Erträge hier generell sehr niedrig, in Parzellen mit fünfzig Jahre altem Rebbesatz liegen sie mitunter sogar bei weniger als zwanzig Hektoliter je Hektar. Um jegliche Überreife der Trauben zu vermeiden, zählt die Domaine de Vogüé zu den Betrieben, die eher früh mit der Ernte des Pinot Noir beginnen, die selbstverständlich von Hand erfolgt. Während der Lese beschäftigt die Domaine rund vierzig Erntehelfer, die mittags von einem Traiteur verköstigt werden. 

Im Kelterhaus hat François Millet das Sagen: Dort werden die Trauben zunächst von den Stielen getrennt, aber nicht gemahlen, dann werden auf einem Sortierband unreife und faule Beeren entfernt. Bevor die Trauben schließlich in großen  Gärbottichen aus Eichenholz landen, werden sie über einen vibrierenden Tisch geleitet, um so unerwünschte Rebenreste, Blätter oder auch kleine Käfer auszusondern. Nach einigen Tagen der Mazeration beginnt die alkoholische Gärung auf natürliche Weise, also mit eigenen Hefen. Da Kellermeister Millet nur die feinsten Tannine extrahieren möchte, um den Weinen die zartgliedrige Struktur zu bewahren, setzt er die so genannte Pigeage, wie man das Unterstoßen des Maischekuchens in der Bourgogne zu nennen pflegt, nur äußerst sparsam ein. Nach Abschluss der Gärung und einer weiteren mehrtägigen  Mazeration erfolgt der Abzug des Jungweins mittels Schwerkraft in den darunter liegenden Keller, in dem die kleinen Eichenholzfässer fein säuberlich gestapelt sind. Im Rahmen einer großen Umbauaktion wurde dieser Fasskeller im vergangenen Jahr erheblich erweitert. Im Unterschied zum etwas kleineren Bordelaiser Barrique fasst die in Burgund gebräuchliche Pièce zweihundertachtundzwanzig Liter.

Während viele burgundische Kellermeister heute einen Ausbaustil mit sehr viel neuem Holz pflegen, ist der Anteil neuer Pièces in der Domaine de Vogüé eher bescheiden: Beim Ortswein sind es maximal fünfzehn Prozent, bei den Premiers Crus nur unwesentlich mehr und selbst bei den Grands Crus kommen selten mehr als vierzig Prozent neues Holz zum Einsatz. Und beim Weißwein erneuert François Millet gerade mal jedes fünfte Fass. Bevor die Weine nach einer achtzehn- bis  zwanzigmonatigen Lagerzeit auf Flaschen gezogen werden, durchlaufen sie eine leichte Filtration. Nach der Abfüllung gönnt man ihnen eine Ruhezeit von drei bis sechs Monaten, bis sie zur Auslieferung kommen.

Die Exzellenz der Domaine de Vogüé liegt zu allererst in ihrem großartigen Weinbergsbesitz: Nahezu zehn der insgesamt zwölfeinhalb Hektar umfassenden Rebfläche befinden sich auf Grand-Cru-Terrain. Prunkstück ist der Musigny, wovon der Domaine ungefähr zwei Drittel gehören. Die Namen der übrigen Besitzer lesen sich wie der Gotha des burgundischen Weinbaus: Neben den örtlichen Kollegen Christophe Roumier und Frédéric Mugnier sind dort nicht minder prominente auswärtige Erzeuger wie Drouhin, Faiveley, Prieur und Leroy begütert.

Der stattliche Vogüé-Besitz im Musigny weist auch eine einzigartige Besonderheit auf: Neben sechseinhalb Hektar Pinot Noir sind dort auch sechstausendsechshundert Quadratmeter mit Chardonnay bepflanzt. Dies ist insofern von Bedeutung, als Musigny der einzige Weinberg der gesamten Côte de Nuits ist, aus dem nach den strengen Regeln der burgundischen Appellation Contrôlée auch ein weißer Grand Cru stammen darf. Kein Wunder also, dass die kaum mehr als tausend Flaschen Musigny Blanc trotz exorbitanter Preise reißenden Absatz finden – beziehungsweise fanden: denn der 1993er Musigny Blanc war der bislang letzte weiße Grand Cru von Vogüé, der zweieinhalb Mal so teuer war wie sein rotes Pendant! Dann wurden die Chardonnay-Reben im Musigny Stück für Stück bis 1997 neu gepflanzt.

Obwohl es aus weinrechtlicher Sicht in Burgund erlaubt ist, die angestammte Lagenbezeichnung bereits nach der dritten Blüte wieder zu verwenden, verzichtet man bei Vogüé bis heute darauf und deklassiert den Wein aus freien Stücken zu einem schlichten Bourgogne Blanc, weil die Reben noch zu jung seien. Das bedeutet enorme finanzielle Einbußen. Das Problem besteht darin, dass es in Chambolle-Musigny keine Appellation für einen weißen Ortswein und auch keine für einen weißen Premier Cru gibt. Wenn man den Grand Cru also abstufen will, bleibt als Ausweg nur der Gebietswein. Den roten Musigny des Jahrgangs 2009 verkaufte die Domaine de Vogüé zweieinhalb Mal teurer als ihren Bourgogne Blanc. Im Vergleich zum Jahrgang 1993 bedeutet dies, dass der Preis für den Weißwein aus dem Musigny heute um das Fünffache gefallen ist, nur weil er kein Grand Cru sein darf. Ein Schicksal, das übrigens auch dem wunderbar nach gelben Kirschen und Akazienhonig duftenden Weißwein des Jahrgangs 2010 beschieden ist: „Das Alter einer Rebe kann man nicht ersetzen“, sagt François Millet nachdenklich und auch, dass man noch „nie näher dran“ war, zum weißen Grand Cru zurückzukehren.

Le Grand Chais

Auch beim Rotwein macht man in der Domaine de Vogüé weidlich von der völlig legalen Möglichkeit der Abstufung Gebrauch: Die Moste aus den Premier-Cru-Lagen Les Baudes und Les Fuées landen stets im Chambolle-Musigny Village, dem einfachsten Wein des Gutes, und die Weine von jungen Reben aus dem Musigny kommen ohne Lagenangabe als Chambolle-Musigny Premier Cru auf den Markt. Obschon mancher Kritiker letzteres als künstliche Verknappung deutet, um damit den Musigny-Preis in die Höhe zu treiben, erscheint mir diese teilweise Abstufung allemal sinnvoller, als neben dem Musigny Vieilles Vignes auch noch einen „normalen“ Musigny anzubieten, wie es bis vor dreißig Jahren der Fall war.

Zwei weitere Weine spielen in der Domaine de Vogüé eine wichtige Rolle: Zum einen der Grand Cru Bonnes Mares, dessen fünfzehn Hektar große Fläche sich die beiden Gemeinden Chambolle-Musigny und Morey-Saint-Denis im Verhältnis neun zu eins teilen. Dort besitzt die Domaine gut zweieinhalb Hektar Rebfläche. Zum anderen der direkt an den Musigny angrenzende Premier Cru Les Amoureuses, dessen Vogüé-Anteil nur einen halben Hektar ausmacht –der einziger Weinberg in Chambolle-Musigny mit Aussicht auf eine Beförderung zu einem Grand Cru, falls es eines Tages zu einem Revirement des dortigen Lagenklassements kommen sollte.

Der zu Bonmots neigende Kellermeister François Millet bezeichnet den Musigny gern als Patriarchen der Familie, den Chambolle-Musigny Premier Cru Les Amoureuses als dessen Frau und sowohl den Chambolle Village als auch den Premier Cru als deren Kinder. Hingegen sei der Bonnes Mares lediglich der angeheiratete Onkel, in dessen Adern anderes Blut fließe. Millet begründet das damit, dass der Boden des nördlich von Chambolle gelegenen Bonnes Mares nur wenig mit dem Terroir der übrigen Lagen im Südteil des Ortes gemein habe. In der Tat duftet der kräftigere 2009er Bonnes Mares nach Schwarzkirsche und Pfingstrose, während der feinnervige Musigny Vieilles Vignes eher an Curry und Zimt erinnert. Im Geschmack erweisen sich beide jedoch als ebenbürtige Prachtexemplare eines großartigen Jahrgangs. Mit welchem früheren Jahrgang er den 2009er vergleiche? „Am ehesten mit dem Jahrgang 2009,“ antwortet François Millet mit hintergründigem Lächeln. Jahrgangsvergleiche schätzt der Meister nämlich nicht besonders, und er ist davon überzeugt, dass die Weine des deutlich kühleren Jahres 2010 viel mehr Terroir-Charakter zeigen als die des allgemein hochgelobten 2009ers. „Es ist unsere Pflicht, das Terroir in jedem Jahr optimal herauszuarbeiten –  nicht nur in vermeintlich großen Jahrgängen!“

François Millet und Jean-Luc Pépin

Der aus Saint-Nazaire stammende Jean-Luc Pépin ist für Verkauf und Marketing zuständig und damit gewissermaßen der Außenminister des Hauses. Ein Praktikum auf einem Bauernhof in der Nähe von Hamburg und schuf die Grundlage für sein blendendes Deutsch, sein ebenso perfektes Englisch verdankt er einem zweijährigen Studien-Aufenthalt in Kalifornien. Gut erinnert sich Pepin, der ursprünglich Zahnmedizin studieren wollte, an seine Anfangsjahre in Chambolle-Musigny, als häufiger solvente Kunden aus Belgien, Deutschland und der Schweiz vorfuhren, um ihre Keller aufzufüllen.  

Heute hat die Domaine de Vogüé praktisch keine Privatkunden mehr. Zu fünfundachtzig Prozent geht das Gros der Erzeugung in den Export, vorzugsweise nach Großbritannien, Deutschland und in die Schweiz, aber auch in die Vereinigten Staaten, nach Japan und Singapur. Neue Zielmärkte für die nächsten Jahre sind Hong Kong und China.

Der für Frankreich bleibende Rest wird überwiegend vom Fachhandel abgenommen, aber auch Sternerestaurants wie das Taillevent, Michel Troisgros und Alain Ducasse zählen seit langem zur treuen Klientel. Pépin ist sehr froh darüber, dass die viel zu klein gewordene Schatzkammer durch einen Ausbau im Jahr 2011 deutlich erweitert werden konnte. Dort sollen in den nächsten Jahren Reserven gebildet werden, um der Gastronomie  irgendwann auch wieder trinkreife Weine anbieten zu können.

Armin Diel verkostete die Weine der historischen Domaine Georges Comte de Vogüé in Chambolle-Muigny, zu denen auch ein ungwöhnlicher Weißwein zählt.

2010 CHAMBOLLE-MUSIGNY: Duftet nach voll entwickelter Rose und roter Kirsche, belebende Frucht, sehr mineralische Noten, eleganter Körper, würziger  Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2028, 89 Punkte

2009 CHAMBOLLE-MUSIGNY: Duftet ebenfalls nach Rose, aber auch etwas Mandarine, Pfingstrose und Himbeere, eleganter Körper, zartsüßlicher Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 90 Punkte

2008 CHAMBOLLE-MUSIGNY: Feinfruchtiges Bukett, etwas Himbeere, rote Johannisbeere und Pfingstrose, feiner Körper, angenehmer Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 89 Punkte

2007 CHAMBOLLE-MUSIGNY: Anflug von Rosa Grapefruit und Mandarine im Duft, florale Note von Rose und Veilchen, eleganter Körper, cremiger Nachhall . Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 90Punkte

2010 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU: Duftet nach Schwarzer Johannisbeere, roter Rose und Himbeere, feiner Körper, etwas Honig, pikante Fruchtfülle, sehr mineralisch, pikanter Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 90 Punkte

2009 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU:        Nobles Bukett, feinwürzige Johannisbeernote, ein Hauch von Veilchen, trotz seines fülligen Körpers durch und durch fein strukturiert, edler Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 92 Punkte

2008 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU: Vielschichtiges Bukett, duftet nach Granatapfel, Himbeere, Wildkräutern und roter Rose, angemessene Fülle, überaus mineralischer Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 90 Punkte

2010 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU LES AMOUREUSES: Duftet nach Himbeere und Granatapfel, ein Hauch von Veilchen, Himbeere und Brombeere, zeigt  enorm viel Energie, feinwürziger Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 92Punkte

2009 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU LES AMOUREUSES: Hochfeines Bukett, changiert zwischen Grenadine, Himbeere und Schwarzkirsche, süßliche Eleganz, alles auf Finesse gearbeitet, prächtiger Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 94 Punkte

2008 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU LES AMOUREUSES: Diskretes Bukett, ein Hauch von Lakritze, Veilchen und Brombeere, fein strukturierter Körper, würziger Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2007 CHAMBOLLE-MUSIGNY 1er CRU LES AMOUREUSES: Hochfeines Bukett, süßliche Eleganz, ein Hauch von Veilchen und Brombeere, beeindruckende Frucht,  sehr feiner Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

2010 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach roten Rosen und schwarzem Pfeffer, süßliche Fruchtfülle gepaart mit sittlicher Strenge, saftiger Körper, stoffiger Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2009 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Schwarzkirsche, Blaubeere und Cassis, auch etwas Pfingstrose und Veilchen, seidige Frucht, langer Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

2008 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Holunder und schwarzen Trüffeln, kompakter Körper, dabei erstaunlich elegant, schöner Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2007 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Schwarzkirsche und Cassis, kräftiger Körper, sehr ansprechende Frucht, überraschend sanfter Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

1999 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Veilchen und Lakritze, feiner Körper, distinguierte Note, schmeckt nach roten Früchten, gefälliger Abklang. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

1998 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Sauerkirsche und schwarzem Trüffel, diskrete Frucht, schmeckt nach kandierten Früchten, passabler Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

1996 BONNES MARES GRAND CRU: Duftet nach Süßholz und Blaubeeren, reichhaltige Frucht, herzhafte Struktur, feinherbe Tannine, pikanter Abklang. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

1995 BONNES MARES GRAND CRU: Diskreter Duft von Cassis und Schwarzkirsche, bestens eingebundene Tannine, fein strukturierte Frucht, kompakter Körper, dezente Eichenholznote im Abklang. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2010 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Vielschichtiges Bukett, überaus kompakte Frucht,  fein und fest zugleich, von geradezu prickelnder Mineralität, belebender Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 94 Punkte

2009 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Im Bukett entfaltet sich ein Hauch von Curry und Zimt, zarte Süße, seidige Tannine, supernobler Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2040, 96 Punkte

2008 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Nobler Duft, deutlich Schwarzkirsche und Cassis, erstaunlich füllig für das Jahr, kompakter Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 94 Punkte

2007 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Vielschichtiges Bukett, ein Hauch von Curry und Zimt, fein und fest zugleich, überaus mineralischer Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

2006 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Charmantes Fruchtbukett, erinnert an Himbeere, Brombeere und Granatapfel, belebendes Fruchtspiel, sinnlicher Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 92 Punkte

2005 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Überaus elegantes Bukett, reife Kirsche, Rose und Pfeffer, filigranes Fruchtspiel, hinterlegt mit feiner Süße, großartiges Entwicklungspotenzial. Idealer Trinkzeitraum bis 2040, 97 Punkte

2004 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Im Duft vermischen sich Eindrücke von Wildkirsche und Paprika, nur von mittlerer Statur, herzhafte Tannine, pikante Frucht, klassisch im Stil. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

2003 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Überwältigendes Bukett, ein Hauch Dörrobst, Brombeere und Pfeffer, süß und geradezu opulent, großartiger Wein, im Abklang eine erstaunlich belebende Tanninstruktur für das heiße Jahr.  Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 97 Punkte

MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Sensationelle Fruchtanmutung im Bukett, Brombeere, Schwarzkirsche, etwas Walderdbeere, bestens balanciertes Tanningerüst, edler Nachhall.  Idealer Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

2001 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Recht verschlossenes Bukett, etwas Pfeffer und Rose, ein Hauch von Unterholz, mittelgewichtige Struktur, verspielte Frucht, klassischer Abklang. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2000 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Duftet nach Rose und Granatapfel, eine Spur Karamell, saftiger Körper mit einem Hang zur Opulenz, gut eingebundene Tannine. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

1999 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Etwas verschlossenes Bukett, Anflug von Brombeere, Ingwer und Schwarzkirsche, anklingende Fruchtsüße, noch etwas unnahbare Tannine, braucht Zeit! Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

1998 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Sehr klassisches Bukett, erinnert an rote Früchte, Rose und schwarzen Pfeffer, leicht  malzige Fruchtüße, ausgewogener Körper, feinherber Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

1997 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Feinster Himbeerduft, erinnert im Duft an Rosen und Preiselbeeren, geradezu leichtfüßige Struktur, sehr feiner Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

1996 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Duftet nach Schwarzer Johannisbeere und Zedernholz, konzentrierte Frucht, belebende Tannine, für das Jahr erstaunlich kompakt. Idealer Trinkzeitraum bis 2020, 92Punkte

1995 MUSIGNY VIEILLES VIGNES GRAND CRU: Sehr feiner Kirschduft, elegante Fruchtstruktur, seidige Fülle, bestens eingebundene Tannine, edler Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 94 Punkte

2010 BOURGOGNE BLANC*: Sehr florales Bukett, ein Hauch von gelber Kirsche und Akazienhonig, im Geschmack etwas Pampelmuse und Limone, feine Würze, belebender Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 92 Punkte

2009 BOURGOGNE BLANC*: Elegantes Bukett, viel Birne und Pampelmuse, eleganter Körper, feine Struktur, nur eine ganz dezente Vanillenote, komplexer Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2008 BOURGOGNE BLANC*: Duftet nach Lindenblüte und Akazienhonig, das typische Zusammenspiel von Pampelmuse und Birne, ein Hauch Lindenblüte, schlanker Körper, dezente Vanillenote. Idealer Trinkzeitraum bis 2025, 90 Punkte

2007 BOURGOGNE BLANC*: Duftet nach Lindenblüte und Kamille, Anklang von Zitrusfrüchten, geschmeidiger Körper, zartes Süße-Säurespiel, schmeckbare  Vanillenote im Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2028, 91 Punkte

1999 BOURGOGNE BLANC*: Sehr würziges Bukett, ein Hauch von Lindenblüte und Lakritze, stoffiger Körper, schöne Frucht, mittlere Dichte, pikanter Nachhall. Idealer Trinkzeitraum bis 2020, 89 Punkte

* Hinter dem Bourgogne Blanc verbirgt sich ein Chardonnay aus der Spitzenlage Musigny, der einzige Weinberg an der Côte de Nuits, in dem neben einem roten auch einen weißer Grand Cru entstehen kann. Seit einer Phase von Neuanpflanzungen in den 1980er und 1990er Jahren deklassiert die Domaine Comte de Vogüé ihren Musigny Blanc jedoch zu einem Gebietswein, weil die Reben zu jung seien. Der letzte weiße Grand Cru datierte aus dem Jahr 1993, der ab Jahrgang 2015 dann seine Renaissance erlebte .

Erstabdruck in FINE Das Weinmagazin 1/2013

Fotos BERNDT HOCHMANN