Rhône

Château de Beaucastel, Châteauneuf-du-Pape

 „Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam in der Familie getroffen, auch die Komposition der Cuvées“

Im Jahr 1936 wurde die Appellation d’Origine Contrôlée Châteauneuf-du-Pape aus der Taufe gehoben und ist damit die älteste staatliche Herkunftsbezeichnung für die Weine Frankreichs. Viele Details der damaligen Regelung sind bis heute nur Spezialisten vertraut: dass beispielsweise dreizehn Rebsorten – acht rote und fünf weiße – für die Herstellung des berühmten Rotweins eingesetzt werden können. Das bedeutendste Gut der Region ist Château de Beaucastel, dessen Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.

Es war am späten Nachmittag, als Matthieu Perrin mich vom Hotel in Châteauneuf-du-Pape abholte, um mit mir auf Château de Beaucastel zu Abend zu essen. Auf dem Weg nach Courthézon kündigte der Enkel des 1978 verstorbenen Jacques Perrin mir einige interessante Kombinationen von Rhônewein und feinem Essen an. Sein kongenialer Partner am Herd heißt Laurent Deconinck, der seit vier Jahren für die Familie Perrin kocht. Genauer gesagt, betreibt der schlanke, sehr sportlich wirkende Koch mit Dreitagebart ein kleines Restaurant in Gigondas, das den Perrins gehört. Das L’Oustalet, wo wir am nächsten Tag zu Mittag essen, ist sehr reduziert und  schick eingerichtet, davor gruppieren sich sechs Tische zu einem hübschen Ensemble an dem historischen Dorfplatz. Einen Steinwurf entfernt entstand im vergangenen Sommer La Cave et les Chambres de l’Oustalet mit einer Weinbar und vier eleganten Gästezimmern.

„Gute Beziehungen zwischen unseren beiden Familien gab es schon früher“, merkt Matthieu Perrin an, „denn Laurents Vater war viele Jahre unser Hausarzt.“ Den jungen Koch hatten die Perrins 2009 im Pariser Restaurant von Alain Senderens an der Place de la Madeleine entdeckt, wo er zehn Jahre gearbeitet hat. Man wurde sich schnell einig und ging alsbald gemeinsam auf große Reise. „Wir hatten gerade den Namen unserer Firma „Perrin & Fils“ in „Famille Perrin“ geändert, was wir zum Anlass nahmen, der Welt zu beweisen, wie gut feines Essen zu unseren Weinen passt,“ erläutert Matthieu Perrin eine weltumspannende gastrosophische Tournee, die den jungen Laurent Deconinck mit den Perrins von Oslo über Hamburg, Moskau und Wien bis Singapur und Tokio führte.

Laurent Deconinck

Wenn die Perrins besondere Gäste empfangen, kommt Laurent Deconinck schon mal nach Courthézon herunter und kocht in der kleinen Gutsküche auf, wo früher Matthieu Perrins Großmutter Margueritte wirkte. Sie lebt übrigens immer noch auf dem Weingut.

Mein Gastgeber hatte sich vorgenommen, mich von den unterschiedlichen Talenten seines besten Weißweins zu überzeugen. Der Beaucastel Blanc Vieilles Vignes wird ausschließlich aus Roussanne-Trauben gekeltert und danach jeweils zur Hälfte im Edelstahltank und in kleinen Barriquefässern ausgebaut. Es ist übrigens der einzige Wein von Château de Beaucastel, der mit frischem Eichenholz in Berührung kommt. „Man sollte ihn entweder jung in den ersten fünf Jahren trinken oder ihn erst wieder nach fünfzehn Jahren anrühren, wenn zarte Oxidationsnoten dem Wein eine zusätzliche Dimension verliehen haben, “ merkt Matthieu Perrin an.

Der erste Gang bestätigte Teil eins seiner These: Der leicht jodig anmutende, feinwürzig-mineralische 2011er Vieilles Vignes mundete vorzüglich zu dem sanft in Arganöl gebratenen Hummerschwanz mit Karotte und Ingwer. Nicht minder eindrucksvoll passte der goldgelbe, an reife Aprikosen und Pfirsiche erinnernde 1988er zum sanft gegarten Steinbutt mit Morcheln. Bei aller Fülle und Eleganz präsentierte sich dieser Wein nach fünfundzwanzig Jahren in Bestform.

Wir kommen ins Plaudern über die Geschichte von Château de Beaucastel und der Familie Perrin. Der Name des Gutes geht zurück auf eine Familie de Beaucastel, die Mitte des 16.  Jahrhunderts in Courthézon lebte, einige Kilometer nordöstlich von Châteauneuf-du-Pape. In dem noch heute fast unveränderten Herrenhaus ist in einem kleinen Salon das Wappen der Beaucastels in Stein gemeißelt. Als Anerkennung seines Engagements für den katholischen Glauben erhielt Pierre de Beaucastel am 5. September 1687 von König Ludwig XIV. den Titel „Capitaine de la Ville de Courthézon“. Die von Jean-Baptiste Colbert gegengezeichnete Urkunde befindet sich heute noch im Weingut. Im 18. Jahrhundert ging der seinerzeit dreißig Hektar umfassende Besitz an Etienne Gontard und hundert Jahre später an Elie Dussaud, den Bürgermeister von Courthézon, der vor allem als Ingenieur von Ferdinand de Lesseps beim Bau des Suez-Kanals in die Annalen einging.

Für die Perrins begann die Zeitrechnung auf Beaucastel im Jahr 1909, als Pierre Tramier das Gut übernahm und es später seinem Schwiegersohn Pierre Perrin überließ. Dessen Sohn Jacques brachte Château de Beaucastel auf die Erfolgsspur, die von den beiden Söhnen Jean-Pierre und François in beeindruckender Weise fortgesetzt wurde. Damals entstand die Firma Perrin & Fils, deren Name 2009 – pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum – durch „Famille Perrin“ ersetzt wurde. Dafür gab es gute Gründe, denn inzwischen arbeiten alle sieben Kinder von Jean-Pierre und François Perrin für das Familienunternehmen, zu dem insgesamt dreihundert Hektar eigene Rebfläche gehören. Zu den hundertdreißig Hektar von Château de Beaucastel sind in den letzten Jahren unter anderem sechzig in Vin Sobres, der nördlichsten Appellation der südlichen Rhône, und zwanzig in Gigondas hinzu gekommen. Dort liegt der Quadratmeterpreis bei fünf Euro, während die besten Weinberge in Châteauneuf-du-Pape inzwischen dreißig bis vierzig Euro kosten. Die Familie Perrin ist heute der bedeutendste Erzeuger ökologischer Weine im gesamten Rhônetal. In Château de Beaucastel begann man schon 1954 damit und stellte zehn Jahre später ganz auf biodynamische Wirtschaftsweise um.

Man fragt sich unwillkürlich, wie das gut gehen kann mit so vielen Familienmitgliedern, die alle das gleiche Gehalt beziehen und deren Geschäftsanteile sich an der Dauer der Betriebszugehörigkeit orientieren. „Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, auch die Komposition der Cuvées,“ erklärt Matthieu Perrin. Das Erfolgsgeheimnis scheint in einer klugen Aufteilung der Verantwortlichkeiten zu liegen, wo der eine dem anderen nicht in die Parade fahren kann.

Der bald siebzigjährige Jean-Pierre Perrin, der auf dem ebenfalls der Familie gehörenden Weingut La Vieille Ferme lebt, befindet sich inzwischen halbwegs im Ruhestand. Marc, sein erstgeborener Sohn, kümmert sich um die Vereinigten Staaten und Japan, während die Brüder Pierre und Thomas für den Rest Asiens sowie für Kanada und Russland zuständig sind und die Schwester Cécile das Privatkundengeschäft verantwortet. Gemeinsam mit seinem fast sechzig Jahre alten Onkel François, dem derzeitigen Familienoberhaupt, ist Pierre Perrin aber auch stark in die Bereitung der Weine involviert.

Die Familie Perrin

Während sich Charles, der älteste Sohn von François Perrin, um den Vertrieb in Frankreich kümmert, betreut Bruder Matthieu mit Deutschland, Benelux, Nord- und Osteuropa sowie China eine Vielzahl verschiedener Märkte. Große Hoffnungen setzt die Familie auf Césare, den mit vierundzwanzig Jahren jüngsten aller Cousins, dessen Fokus allerdings mehr auf die Arbeit im Weinberg gerichtet sein wird. Wertvolle Erfahrungen für diese Aufgabe hat er bereits durch Praktika auf Château Latour und in der Domaine de la Romanée-Conti gesammelt.

Zurück zu unserem kleinen Menü, das Laurent Deconinck nun mit zwei vorzüglichen Fleischgerichten vollendet. Der auf den Punkt gebratene Lammrücken harmoniert mit dem fein gereiften 1995er von Château de Beaucastel ebenso wunderbar wie das kurz gebratene Filet vom Jungschwein mit schwarzen Trüffeln aus der Provence zu dem roten 2001er Pendant.

Am nächsten Morgen erwartet mich Claude Gouan, der langjährige Kellermeister von Château de Beaucastel, zu einer ausführlichen Verkostung. Er stammt aus dem Luberon, besuchte die Weinbauschule in Avignon und machte sein Önologie-Diplom in Dijon. Heute berät er nebenher ehrenamtlich kleinere Winzerbetriebe bei der Weinbergsarbeit.

Wir sprechen über die Besonderheiten der Appellation Châteauneuf-du-Pape, die im Jahr 1936 eine Vorreiterrolle für viele nachfolgende AOC-Regelungen hatte. Claude Gouan findet anerkennende Worte für den Baron Pierre le Roy, den damaligen Inhaber des Weinguts Château Fortia, den er als weitsichtigen Architekten dieses Projekts rühmt: „Damals wurden die Regeln für den Anbau der Reben definiert, etwa die Festlegung eines niedrigen Hektarhöchstertrags und eines Mindestalkoholgehalts, überdies welche Rebsorte idealerweise an welchem Standort gepflanzt werden sollte. Der Baron vertrat die Überzeugung, dass nur die Flächen gut genug für den Weinbau sind, wo auch Lavendel und Thymian gedeihen.“

In den zwanziger Jahren waren zunächst zehn Rebsorten für die Erzeugung von rotem Châteauneuf-du-Pape zugelassen, ab 1936 wurde die Liste auf dreizehn erweitert. Durch diese ungewöhnliche Vielfalt sind der Phantasie der Kellermeister bei der Komposition der Weine kaum Grenzen gesetzt. In seiner puristischen Version kann ein roter Châteauneuf-du-Pape ausschließlich aus der Grenache-Traube gekeltert werden, wofür der allseits geschätzte Wein von Château Rayas ein rühmliches Beispiel ist. Im anderen Extremfall, etwa bei Château de Beaucastel, kann es auch eine Vermählung aller zugelassenen Rebsorten sein. Voraussetzung für die Einbeziehung weißer Trauben ist allerdings, dass sie gemeinsam mit den Roten geerntet und gepresst werden, denn nach wie vor ist in Frankreich ein Verschnitt von Rot- und Weißwein allein in der Champagne erlaubt. Der Weißweinanteil in einem roten Châteauneuf beträgt selten mehr als drei Prozent. Aufgrund der Tatsache, dass die weißen Trauben etwa zwei Wochen vor den Roten ihre Vollreife erlangen, bringen sie eine süßliche Fruchtfülle ins Spiel, was die Weine sehr opulent erscheinen lässt. Andererseits hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten die allgemeine Erkenntnis durchgesetzt, dass ein Rotwein umso wertiger ist, je dunkler er sich in der Farbe präsentiert. Insgesamt machen die fünf weißen Traubensorten nur sieben Prozent der gesamten Refläche aus, und da ein Teil davon in den roten Cuvées landet, sind weiße Châteauneufs eine echte Rarität: Nur etwa fünf Prozent der Gesamtpoduktion werden als Weißwein ausgebaut.

Die Rebfläche der Appellation umfasst insgesamt dreitausendzweihundert Hektar, wozu neben der namengebenden Gemeinde Châteauneuf-du-Pape auch die Nachbarorte Orange, Bédarrides, Sorgues und Courthézon gehören. Für besonderen Unmut in der Familie Perrin sorgte die Tatsache, dass der ihnen gehörende dreißig Hektar große Weinberg von Coudoulet, der anfangs ebenfalls zur Appellation von Châteauneuf-du-Pape zählte, in den sechziger Jahren bei einer Engerfassung der Rebfläche ausgegrenzt wurde und seitdem nur mehr als Côtes du Rhône vermarktet werden darf. Jacques Perrin soll außer sich gewesen sein vor Ärger. Mitte der Achtziger gab es dann um den Coudoulet ein weiteres Scharmützel: Die Weinkontrolle monierte, dass die Perrins den Wein als Cru de Coudoulet verkauften, obschon die gesetzliche Regelung der Appellation Côtes du Rhône die Verwendung von Lagen nicht erlaubte und es deshalb auch den Begriff „Cru“ nicht geben durfte. Seitdem vermarkten die Perrins den Wein als Coudoulet de Beaucastel, woran es nun wirklich nichts mehr herumzumäkeln gibt.

Mit fast fünfundsiebzig Prozent hat der Grenache Noir in Châteauneuf-du-Pape die mit Abstand größte Verbreitung. Aufgrund ihrer gut eingebundenen Tannine zeichnet sich diese Rebsorte durch fruchtige Fülle und feine Seidigkeit aus.

Mit einer kleinen Probe sortenrein ausgebauter Fassweine des Jahrgangs 2012 demonstriert Claude Gouan deren Unterschiede. „Syrah und Mourvèdre bilden die Tanninpfeiler in unseren Rotweinen, sie haben eine satte Farbe und weisen eine muskulöse Struktur auf!“ Da beide eher zu den reduktiven Rebsorten zählen, werden sie in Holzbottichen vergoren und anschließend in großen Holzfässern gelagert. Alle übrigen Rotweine werden in Edelstahltanks vergoren und kommen dann in Betontanks. Während die Sorte Terret Noir häufig an Räucherspeck erinnert und eine leicht rustikale Note aufweist, spielt der nach Flieder und Veilchen duftende Cinsault eine eher unauffällige Rolle. „In der Assemblage kann er sich aber auf wohltuende Weise elegant auswirken,“ betont Gouan. Im Unterschied dazu weisen die feinfruchtigen Vaccarèse, Counoise und Muscardin einen deutlich geringeren Alkoholgehalt auf.

Bei den weißen Traubensorten kommt diese Rolle vor allem Clairette, Picardan und Bourboulenc zu, während der an exotische Früchte erinnernde Picpoul und der leicht salzig schmeckende Roussanne zu Komplexität und Fülle beitragen.

Die weißen Trauben werden meist als ganze Trauben gekeltert. „Manchmal lassen wir aber auch gemahlene Roussanne-Trauben während der Mittagspause zwei Stunden auf der Maische ziehen“, berichtet Claude Gouan augenzwinkernd.

Im Gegensatz dazu werden die roten Trauben nach penibler Handselektion entrappt und anschließend teilweise gemahlen. Um das Lesegut während der Gärung nicht mit zu viel Technik zu belasten, erfolgt das Unterstoßen des Maischehuts in den Holzbottichen von Hand.

Entleerter Maischebottich

Die meisten Lesekräfte kommen aus der umliegenden Region, viele Studenten sind darunter und auch immer wieder die Kinder ehemaliger Erntehelfer. Im superheißen Jahr 2003 lag der früheste Lesebeginn der letzten Jahrzehnte genau einen Monat vor dem spätesten des Jahres 1984, als die ersten Trauben erst am 24. September in die Erntekörbe fielen. Alles in allem dauert die Ernte meist fünf Wochen.

Der Unterboden von Château de Beaucastel besteht aus Kalkstein, der von großen Kieselsteinen überlagert wird, die einst aus den Alpen herangespült wurden. Aufgrund des Mistrals ist dieser karge Boden gut durchlüftet, porös und auch filternd.

Auf hundert Hektar Rebfläche erzeugen die Perrins in Château de Beaucastel je zwei rote und weiße Weine. Neben dem bereits erwähnten reinsortigen Roussanne Vieilles Vignes, der von einer drei Hektar großen Parzelle mit fünfundsiebzig Jahre alten Reben stammt, ist auch der klassische Beaucastel Blanc überwiegend von Roussanne geprägt, allerdings verleiht ihm ein fünfzehnprozentiger Anteil von weißem Grenache einen etwas saftigeren Stil. Die erfolgreichsten Weißweinjahrgänge auf Château de Beaucastel waren 1988, 1996, 2002, 2005, 2009 und 2010.

Der rote Spitzenwein des Hauses ist auch dem Namen nach eine Hommage an Jacques Perrin. Er wird seit 1989 nur in den besten Jahren erzeugt und zählt stets zu den beeindruckendsten Weinen des gesamten Rhônetals. Fast immer weist er eine Dominanz von Mourvèdre auf, einer Traubensorte, die früher Weine mit sehr herzhaften Tanninen erbrachte, heute aber in Zeiten der globalen Erderwärmung etwas milder ausfällt. Ursprünglich hatten Jean-Pierre und François Perrin erwogen, diesen Wein als wahre Hommage an ihren Vater als sortenreinen Mourvèdre abzufüllen, wozu es dann aber doch nicht gekommen ist. Der klassische Rotwein von Beaucastel besteht aus jeweils einem Drittel Mourvèdre und Grenache, nennenswerte Anteile steuern Syrah, Muscardin und Vaccarèse bei, der Rest verteilt sich auf die übrigen Rebsorten. Die besten Rotweine wurden in den Jahren 1989, 1990, 1995, 1998, 1999, 2001, 2005, 2006, 2009 und 2010 eingebracht.

Das neueste Projekt der Familie Perrin heißt Miraval, wobei es sich um ein Joint Venture mit Angelina Jolie und Brad Pitt in der Provence handelt. Dort besitzt das prominente Paar auf dreihundertfünfzig Metern Höhe siebzig Hektar Weinberge, die ökologisch bewirtschaftet werden. Natürlich gibt es den Rosé von Miraval inzwischen auch in Laurent Deconincks kleinem Restaurant L’Oustalet in Gigondas, das derzeit zu den interessantesten gastronomischen Empfehlungen zwischen Orange und Avignon zählt.

Armin Diel verkostete fünfundzwanzig Rot- und sechs Weißweine von Château de Beaucastel aus den Jahrgängen 2011 bis 1960

2011 Châteauneuf-du-Pape Rouge Hommage à Jacques Perrin: Tiefdunkelrote Farbe, große Fruchtkonzentration, etwas Cassis, schwarze Kirsche, enorme Fruchtsüße, weniger feine Tannine, mittlerer Nachhall. Sollte bis 2040 getrunken werden, 95 Punkte

2010 Châteauneuf-du-Pape Rouge Hommage à Jacques Perrin: Fast schwarze Farbe, keinerlei Orangerand, ein Hauch von Orangenzeste und Zimt, sehr feine Schokoladenote, samtige Tannine, wunderbare Fülle, ein Wein nahe der Perfektion, kann ein Chateauneuf besser schmecken? Bester Trinkzeitraum bis 2045, 99 Punkte

2009 Châteauneuf-du-Pape Rouge Hommage à Jacques Perrin: Tiefdunkle, fast schwarze Farbe, enorme Fruchtfülle im Bukett, schwarze Kirsche, Pflaume, Blaubeere, unglaubliche Fruchtfülle, überwältigender Körper, grandiose Fülle, enorme Kraft, feinherbe Tannine, fast etwas zu viel des Guten. Bester Trinkzeitraum bis 2040, 98 Punkte

2001 Châteauneuf-du-Pape Rouge Hommage à Jacques Perrin: Tiefdunkles Rot ohne jeden Orangerand, intensiver Duft von Tabak, Veilchen und Schokolade, ein Hauch von abgeriebener Orangenschale, seidige Fruchtfülle, bestens eingebundene Tannine, langer Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 95 Punkte

1998 Châteauneuf-du-Pape Rouge Hommage à Jacques Perrin: Bislang der einzige Jahrgang, in dem Grenache mit sechzig Prozent dominierte. Tiefes Dunkelrot mit ganz zarten Orangereflexen, Haselnussschokolade im Duft, etwas animalisch, ein Hauch von Tabak, feine Fruchtsüße, seidige Tannine im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

2011 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefdunkles Rot mit Lilareflexen, feinduftiges Bukett, schwarze Kirsche, Blaubeere, cremige Fruchtfülle, helle Schokolade, markanter Körper, feinherbe Tannine. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2010 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefdunkles Rot mit Lilareflexen, florales Bukett, etwas Rose und Chrysantheme, ein Hauch von Haselnuss, die Tannine dominieren etwas die Frucht, die Entwicklung bleibt abzuwarten. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 93 Punkte

2009 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefdunkles Rot mit Lilareflexen, duftet nach Pfingstrose und Holunder, etwas Schokolade, feinste Nuancen, anklingende Fruchtsüße ohne jede Schwere, geradezu tanzend, feine Fruchtnuancen, bestens eingebundene Tannine, toller Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 95 Punkte

2008 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefdunkles Rot mit Lilareflexen, ansprechendes Bukett, Veilchen, rote Kirsche, aufblühende Rose, gefällige Frucht, mittlere Fruchttiefe, passabler Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 88+  Punkte

2007 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Ein großes Jahr für Grenache. Tiefdunkles Rot, deutlich animalische Note im Duft, ein Hauch von Kaffee und Rauch, überreife Pflaume, satter Körper, reife Tannine, feinherbe Note im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 92 Punkte

2006 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefdunkles Rubinrot, überraschend geöffnetes Bukett, erinnert an Haselnussschokolade und rote Früchte wie Kirsche und Preiselbeere, belebende Frische, ein Hauch von Menthol, saftige Fruchtsüße, bestens eingebundene Tannine, langer Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 94 Punkte

2005 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Tiefes Dunkelrot, zunächst recht verschlossenes Bukett, das sich mit zunehmendem Luftkontakt deutlich öffnet, viel Lakritze und Veilchen, ein Hauch von Teer, unerhört komplexer Körper, muskulös und kraftvoll, prächtiges Entwicklungspotential. Bester Trinkzeitraum bis 2035, 93 Punkte

2004 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Gut gedecktes Mittelrot ohne jeden Orangerand, delikates Bukett, eine Mischung von Kirsche, Preiselbeere und Blaubeere, mittlere Fruchtausprägung, etwas einfach gebaut, ein Hauch von Marzipan, feinherbe Tannine, passabler Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 88 Punkte

2003 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Gut gedecktes Mittelrot ohne jeden Orangerand, erinnert im Duft an edlen Malt-Whisky und an Schwarzkirsche, überreife dunkle Früchte, Haselnussschokolade, mächtiger Körper, überraschend sanfte Tannine. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

2001 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Wurde anfangs in der Region etwas höher eingeschätzt als das Vorjahr, was sich am Ende doch nicht bestätigte. Gut gedecktes Mittelrot ohne jeden Orangerand, im Duft eine Vermählung von Schokolade, Tabak und schwarzen Trüffeln, ausladende Fruchtsüße, etwas breiter Abgang. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 93 Punkte

2000 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Zählt zu den wenigen Jahrgängen, in den denen sich sowohl Mourvèdre als auch Grenache in Bestform zeigten. Gut gedecktes Mittelrot, ein Hauch von Schokolade, Veilchen und Rose im Bukett, saftige Fruchtsüße, edle Tannine, noch sehr jung, prächtiger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 95 Punkte

1998 Châteauneuf-du-Pape Rouge: War ein großartiger Jahrgang für Grenache! Gut gedecktes Mittelrot, zarter Orangerand, feines Fruchtbukett, rote Kirsche, Preiselbeere, Blaubeere, beeindruckende Fruchtfülle, begleitet von edlen Tanninen, belebender Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

1996 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Gut gedecktes Mittelrot, reintöniges Fruchtbukett, Reinette, Pflaume, belebende Frucht, mittlere Tiefe, recht herzhafte Tannine, passabler Nachhhall. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 91 Punkte

1995 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Gut gedecktes Mittelrot, völlig reintöniges Aroma, Muskatnuss, reife Pflaume, ein Hauch von Lakritze, etwas Preiselbeere und Wacholder, ausgewogene Harmonie von Körper und Tanninen, geradezu erfrischender Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2030, 94 Punkte

1990 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Mitteltiefe Farbe, zarter Orangerand, wieder mit einer deutlich fleischigen Note, diesmal Richtung Wildhase, dichte Struktur, wirkt fast noch etwas verschlossen, seidige Tannine, belebende Säure im Nachhall.  Bester Trinkzeitraum bis 2023, 92 Punkte

1970 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Gut gedecktes Karminrot, zarter Orangerand, leicht animalische Note im Duft, ein Hauch von gebratener Schweinsniere, kräftiger Körper, erstaunliche Frische, bestens eingebundene Tannine, hat noch Spannung, langer Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 93 Punkte

1960 Châteauneuf-du-Pape Rouge: Mitteltiefe Farbe, deutlicher Orangerand, im Duft ein Hauch von Muskatnuss, überreife Tomate, anklingende Süße, sanfte Tannine, trocknet die Zunge am Ende etwas. Sollte getrunken sein. 88 Punkte

2011 Coudoulet de Beaucastel Cotes du Rhône Rouge: Recht gut strukturierte Farbe, im Duft deutlich Veilchen und Lakritze, mittelgewichter Körper, ausgewogene Tannine, gefälliger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2018, 86 Punkte

2010 Coudoulet de Beaucastel Cotes du Rhône Rouge: Gut gedeckte Farbe, feinwürziger Duft, deutlich Nelke, etwas Zimt, samtiger Körper, elegante Struktur, konzentrierter Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 88 Punkte

2001 Coudoulet de Beaucastel Cotes du Rhône Rouge: Mitteltiefe Farbe, zarter Orangerand, fein entwickeltes Bukett, ein Hauch von Leder und Apfelkompott, hat den Höhepunkt überschritten. Sollte getrunken sein. 90 Punkte

2011 Châteauneuf-du-Pape Blanc Vieilles Vignes Roussanne: Mittleres Gelb mit grünlichen Reflexen, Iod und Salz im Duft, dezente Vanillenote, mittlere Fruchtfülle, gefälliger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2023, 90 Punkte

2010 Châteauneuf-du-Pape Blanc Vieilles Vignes Roussanne: Mittleres Gelb, reichhaltiges Bukett, explosive Frucht, reife Birne, Mirabelle, etwas Vanille, saftige Fruchtfülle, feiner Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 92 Punkte

2009 Châteauneuf-du-Pape Blanc Vieilles Vignes Roussanne: Mittleres Gelb, dezente Vanillenote, etwas Rauch, rosa Pampelmuse, mittelgewichtig, sehr seriöser Wein, feiner Nachhall, schöne Mineralität. Bester Trinkzeitraum bis 2025, 91 Punkte

2011 Châteauneuf-du-Pape Blanc: Mittleres Gelb, zartgrüne Reflexe, verhaltene Frucht, Apfel, Aprikose, Banane, eingekochte Birne, gefälliger Nachhall. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 88 Punkte

2010 Châteauneuf-du-Pape Blanc: Mittleres Gelb, Vanille, Minze, Menthol, feinsaftiger Körper, rosa Pampelmuse, Himbeere, pikanter Nachhall, recht schöne Mineralik im Abklang. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 90 Punkte

2009 Châteauneuf-du-Pape Blanc: Mittleres Goldgelb, ein Hauch von Akazienhonig und eingemachter Orange im Duft, reichhaltiger Körper, dezente Vanillenote, ansprechende Fülle. Bester Trinkzeitraum bis 2020, 89 Punkte

Erstabdruck in FINE Das Weinmagazin 3|2013

Fotos beigestellt durch Château de Beaucastel: Philippe Martineau, Lionel Moulet, Serge Chapius & Nicolas Facenda