Champagne

Champagne Deutz, Ay

Der Modernisierer und sein stiller Held

Mit Hilfe der Familie Rouzaud vom berühmten Champagnerhauses Louis Roederer hat Fabrice Rosset die Maison Deutz aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Nach einer Krise in den 1990er Jahren zählt die Kellerei in Ay heute wieder zu den ersten Adressen der Champagne. Ungewöhnlich ist die Tatsache, dass Deutz mit drei Prestige-Cuvées am Markt agiert, dem Deutz-Trio.

Wie bei vielen anderen Champagnerkellereien auch geht die Geschichte des Hauses Deutz auf deutsche Ursprünge zurück: Im Jahr 1838 gründeten die beiden Aachener Kaufleute Wilhelm Deutz und Peter- Hubert Geldermann das Haus Deutz, zuvor waren sie als Repräsentanten für den aus Württemberg stammenden Josef Jacob Bollinger tätig gewesen, der sein gleichnamiges Champagnerhaus im Jahr 1829 ebenfalls in Ay etabliert hatte.

Zunächst besaß die Kellerei Deutz keine eigenen Weinberge, man kaufte Champagner in Flaschen, die später degorgiert und etikettiert wurden. Als die Söhne René Deutz und Alfred Geldermann Ende der 1860er Jahre die Firma von ihren Vätern übernahmen, liefen die Geschäfte erstaunlich gut. Die beiden förderten die Exportgeschäfte insbesondere nach Großbritannien, Deutschland und Russland und entwickelten Deutz zu einem erfolgreichen Champagnerhaus, das 1882 zu den Gründungsmitgliedern des Syndikats der Großen Marken der Champagne zählte. Die Verbindung zwischen den Familien wurde noch intensiviert, als Alfred Geldermann René Deutz’ Schwester Marie heiratete.

Die nächste Generation indes sollte es weitaus schwerer haben, die Geschäfte in Ruhe weiterzuentwickeln. Als René Lallier, der Schwiegersohn von René Deutz, und Charles van Cassel, der Schwiegersohn von Marie Deutz-Geldermann, die Kellerei im Jahr 1906 übernahmen, hatte sich die Reblaus bereits in weiten Teilen des Anbaugebietes verbreitet. Allein im Jahr 1910 sollen ihr sechstausend Hektar Rebland zum Opfer gefallen sein. Außerdem waren die Jahrgänge zwischen 1890 und 1907 derart jämmerlich ausgefallen, dass viele  Champagnerhäuser sich auch in anderen Regionen des In- und Auslands nach geeignetem Traubenmaterial umsahen. Das war damals noch völlig legal, denn ein Gesetz  besagte, dass lediglich einundfünfzig Prozent des Weins tatsächlich aus der Champagne stammen mussten. Den Winzern, die darauf angewiesen, waren ihre Trauben an die Champagnerhäuser zu verkaufen, konnte dies natürlich überhaupt nicht recht sein.

Diese Entwicklung fiel zeitlich zusammen mit einem  Dekret der französischen Regierung aus dem Jahr 1908, das die Anbaufläche auf die Bereiche Marne und Aisne beschränkte. Damit war die südwestlich Richtung Burgund gelegene Region Aube vom Markt ausgeschlossen, inklusive der Stadt Troyes, die lange als historische Hauptstadt der Champagne betrachtet wurde.

All dies führte zu einem Sturm der Entrüstung in der Winzerschaft, der sich im Jahr 1911 zu einem regelrechten Volksaufstand entwickelte. Da selbst die Armee die Plünderungen jener Tage nicht eindämmen konnte, wurde die Champagne unter Militärverwaltung gestellt. Höhepunkt der Revolte war die Nacht vom 11. auf den 12. April 1911, als allein in Ay sechs Champagnerhäuser nebst Kellern und Lagerhäusern in Brand gesetzt wurden. Sichtlich berauscht vom Wein und den eigenen Parolen zog die johlende Meute in die Weinberge, wo sie das Stroh in Brand setzte, das zum Schutz vor Frost zwischen den Reben ausgelegt war. Dadurch wurden auch die Weinberge und die Kellerei von Deutz in arge Mitleidenschaft gezogen. Glücklicherweise war das Unternehmen gegen solche Vandalismusschäden versichert und konnte sich alsbald davon erholen.

Im Jahr 1912 änderte die Pariser Regierung das Dekret hinsichtlich der Festlegung der Anbaugebiete und erklärte die Marne-Region zur Champagne, das Aube aber nur zur Champagne Zone Zwei. Das führte dazu, dass sich die Winzer im Südwesten der Champagne wie Bastarde behandelt fühlten und weiter protestierten. Ein schließlich im Sommer 1914 in der französischen Nationalversammlung eingebrachter Gesetzesentwurf sollte die Winzerschaft dann endgültig befrieden; doch bevor die beiden Kammern darüber abstimmen konnten, brach der Erste Weltkrieg aus. Erst dreizehn Jahre später besiegelte ein Gesetz vom 22. Juli 1927 die geografische Festlegung für die kontrollierte Herkunftsbezeichnung Champagne, nun endgültig auch inklusive der Aube-Region. Die neue Appellation d’Origine Contrôlée verpflichtete die Champagnerhersteller erstmalig dazu, ausschließlich heimische Trauben zu verwenden. 

Die wirtschaftliche Krise nach dem Börsenkrach im Jahr 1929 traf auch das Champagnerhaus Deutz hart. Die Jahresproduktion stürzte auf gerade einmal achtzigtausend Flaschen ab und lag damit sogar noch deutlich unter der Menge während des Krieges. Nur dank des beträchtlichen Familienvermögens von Marie Deutz-Geldermann konnte das Überleben der Kellerei ermöglicht werden.

Im Jahr 1938 übernahm René Lalliers Sohn Jean die Geschäfte, die sich unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg allerdings als äußerst schwierig erweisen sollten. Um sich zukünftig auch auf einen Fundus eigener Trauben verlassen zu können, kaufte Lallier Parzelle für Parzelle, unter anderem in berühmten Orten wie Mesnil-sur-Oger, Bisseuil, Pierry und natürlich in Ay. Während André Lallier 1972 in Ay in die Fußstapfen des Vaters Jean trat, kümmerte sich sein Bruder René James Lallier um die deutsche Dependance Deutz & Geldermann in Breisach. Dort stellten die Lalliers lange und mit beachtlichem Erfolg Sekt her; im Jahr 1992 sollen es stattliche sechs Millionen Flaschen gewesen sein.

Drei Jahre danach trennten die Brüder Lallier ihre vormals gemeinsam betriebenen Geschäfte, jedoch konnten beide sie auf Dauer nicht im Familienbesitz halten. Während das deutsche Unternehmen 2003 von der Rotkäppchen-Gruppe übernommen wurde, kam die Maison Deutz nach verlustreichen Jahren schon 1993 mehrheitlich in den Besitz der Familie Rouzaud, der auch das Champagnerhaus Louis Roederer in Reims gehört. Als die übrigen Anteile 1996 dazukamen, wurde endgültig ein neues Kapitel in der Deutz-Geschichte geschrieben.

Dessen Autor war Fabrice Rosset, der 1974 als Vierundzwanzigjähriger zu Roederer kam und dort bald zur rechten Hand von Jean-Claude Rouzaud avancierte. Nach erfolgreicher Tätigkeit in Kalifornien und Neuseeland war Fabrice Rosset dazu auserkoren, das Champagnerhaus Deutz mit neuem Leben zu erfüllen. Nicht etwa als eine Niederlassung von Roederer, sondern als eigenständiges Unternehmen mit eigenem Qualitätsprofil. Diesen Status hat Rosset bis zum heutigen Tag mit bewundernswerter Stringenz durchgehalten und auch stets seine Unabhängigkeit gegenüber dem Mutterhaus Roederer betont.

Zu Deutz gehört seit dem Jahr 1967 auch das Weinhandelshaus Delas Frères im Rhônetal, das seit 1996 ebenfalls von Fabrice Rosset gemanagt wird. „Es war eine schwierige Zeit“, erinnert sich Rosset an die Anfangsjahre. „Die Rhôneweine verkauften sich zwar gut, waren damals aber nur selten von überzeugender Qualität. Bei Champagne Deutz war es genau umgekehrt!“ Die Jahresproduktion lag damals bei sechshunderttausend Flaschen, wovon ein gutes Drittel als so genannte Marques d’Acheteur mit separaten Kundenetiketten ausgestattet wurde.

Oberflächlich betrachtet scheint es solche Abfüllungen auch heute noch für drei prominente Ausnahmefälle zu geben, jedoch handelt es sich bei den Lieferungen für das Hotel Beaurivage in Genf, die Peninsula Hotelgruppe und den Pariser Gourmettempel Taillevent eben nicht um spezielle Marken des jeweiligen Käufers. Unter einem individualisierten Etikett erhalten alle drei Kunden jedoch den selben Flascheninhalt, der dem Deutz Brut Classic entspricht.

Mit Hilfe der Familie Rouzaud investierte Fabrice Rosset über die Jahre weit mehr als zwanzig Millionen Euro bei Deutz, modernisierte die Kellerei vollständig und schuf ein neues Logistikzentrum im benachbarten Mareuil. Die jährliche Champagner-Herstellung liegt inzwischen bei gut zwei Millionen Flaschen, womit Deutz heute zu den mittelgroßen Champagnerhäusern zählt. Für die restlichen vier Jahre seines bis 2019 laufenden Vertrages hat sich der smarte Président-Directeur Général vorgenommen, die Produktion möglichst um weitere fünfhunderttausend Flaschen zu steigern.

Unter der Führung von Fabrice Rosset hat sich Deutz zu einer höchst respektierten Champagner-Marke entwickelt. Neben dem bereits erwähnten Brut Classic, der zu gleichen Teilen  aus den klassischen Champagne-Rebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay besteht, hat sich Deutz  insbesondere für exzellente Blanc de Blancs und großartige Prestige-Cuvées einen Namen gemacht. Auch die verschiedenen Rosés mit und ohne Jahrgang zählen in ihrer jeweiligen Kategorie zu den feinsten Exemplaren der Champagne.


Der stille Held im Keller von Deutz, der für all diese wunderbaren Cuvées verantwortlich ist, heißt Michel Davesne. Nach neunzehnjähriger Tätigkeit im genossenschaftlichen Champagnerhaus Palmer  kam der 1958 bei Sézanne geborene Önologe im Jahr 2003 zu Deutz. « Es war genau am 25. August, » erinnert  sich der schlanke Brillenträger mit akkurat gescheiteltem grauen Haar vor allem deshalb, weil am nächsten Tag eine der frühesten Ernten in der Geschichte der Champagne begann. Er beerbte damals seinen erfahrenen Vorgänger Odilon de Varinne, der zwölf Jahre lang Chef de Cave bei Deutz war. Ursprünglich hatte Davesne eine Ausbildung zum Ingenieur für Biotechnologie in Compiègne absolviert; sein önologisches Diplom machte er erst, als er schon zehn Jahre bei Palmer war. «In erster Linie, um mir Freude zu machen», wie er heute schmunzelnd feststellt. Seine Philosophie der Champagner-Herstellung ist von drei Maximen bestimmt: Harmonie, Eleganz und Reinheit. Dazu zählt unter anderem, dass sich bei Deutz seit Jahrzehnten schon kein einziges Holzfass mehr in der Kellerei befindet. « Wir wollen die Frische bewahren und suchen nicht die Oxidation», betont Davesne.

Das Gros der Ernte aus eigenen und gepachteten Weinbergen, die zusammen zweiundvierzig Hektar ausmachen, wird in Ay gepresst, wo seit 2011 zwei große neue pneumatische Keltern im Einsatz sind. In einem weiteren Presshaus in Bouzy kümmert sich ein befreundeter Winzer um die Verarbeitung der dortigen Trauben. Der große Rest wird von den Vertragswinzern gekeltert und als vorgeklärter Traubenmost in der Kellerei in Ay angeliefert. Für seine zwei Millionen Flaschen benötigt das Haus Deutz den Ertrag von gut zweihundertdreißig Hektar Rebfläche. Die alkoholische Gärung erfolgt bei einer Temperatur zwischen sechzehn und achtzehn Grad Celsius mittels selektionierter Hefen. Um die kräftigere Apfelsäure in weichere Milchsäure umzuwandeln,  durchlaufen die Jungweine grundsätzlich die malolaktische Gärung. Nach dem Abzug von der Gärhefe beginnen im März die Verkostungen der verschiedenen Cuvées.

Diese finden traditionell im so genannten Salon des Oiseaux statt, einem stilvollen Raum mit Holzfußboden und bleiverglasten Fenstern im ersten Stock des alten Gutsgebäudes. Am Tisch sitzen meist vier bis fünf Herren zusammen und verkosten die «Vins Clairs». Zum ständigen Verkostungskomitée zählen natürlich Fabrice Rosset und Michel Davesne. Meist ist auch Jean-Marc Lallier dabei, Sohn des letzten Deutz-Eigentümers André Lallier, der Gäste des Hauses auf vorzügliche Weise empfängt und sie durch die  drei Kilometer langen Kreidestollen führt, deren Glanzstück ein hell erleuchteter Keller für die weißen Methusalem-Flaschen des Amour de Deutz ist. Ergänzt wird die Verkostungsrunde immer wieder einmal  durch wechselnde Mitarbeiter des Kellermeisters.

Jean-Marc Lallier-Deutz

Die Cuvée-Proben dauern insgesamt drei bis vier Wochen und beginnen in aller Regel mit dem Brut Classic, der gut fünfundsiebzig Prozent der jährlichen Gesamtproduktion ausmacht und deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient. Da will man sich keine Schwächen leisten: «Wem der glasweise im Restaurant servierte Deutz Classic nicht gemundet hat, der wird sich bei nächster Gelegenheit kaum für die exklusiveren Sorten des Hauses interessieren», meint Fabrice Rosset.

Nach der Komposition der Cuvées durchlaufen die Stillweine eine „Passage au Froid“ und werden zwei bis drei Wochen vor der Flaschenabfüllung filtriert. Der Brut Classic bleibt mindestens drei Jahre auf der Hefe, also doppelt so lange wie es das Gesetz erfordert, bei den Jahrgangs-Champagnern sind es sogar mindestens fünf Jahre. Übertroffen wird die Verweildauer auf der Hefe natürlich noch bei den Prestige-Cuvées, die mindestens acht bis zehn Jahre reifen, bevor sie degorgiert werden.

Die beiden historischen Prestige-Cuvées sind dem Firmengründer Wilhelm Deutz gewidmet. Von der weißen Cuvée William Deutz gab es 1959 einen Probelauf in kleiner Auflage, der erste offiziell verkaufte Jahrgang war jedoch der von 1961. Seitdem wurde das weiße Paradestück des Hauses in allen guten Jahrgängen aufgelegt. Das Gegenstück in Rosé  wurde erstmals 1982 abgefüllt; davon gab es in zwanzig Jahren allerdings nur sieben Editionen. Als zur Jahrtausendwende mit dem 1993er Blanc de Blancs Amour de Deutz ein dritter Spitzenwein hinzukam, war die Idee für ein Trio geboren. Sie geht mittelbar auf  das 1989 von drei Musikern des Londoner Symphonie-Orchesters in Anlehnung an ihren Lieblingschampagner gegründete Deutz-Trio zurück, das heute mit klassischer Musik etwa den Besuch auf der Homepage des Champagnerhauses begleitet. Die goldene Figur, die Amor verkörpert und seit 1888 den so genannten Ehrenhof des Hauses Deutz ziert, hat ihren Ursprung in einer von dem französischen Bildhauer Louis Alexandre Bottée geschaffenen  Engelsskulptur.

Bei den Prestige-Cuvées gab es kürzlich eine überraschende Wachablösung: Der von der Weinkritik stets hochgelobte Rosé William Deutz hatte mit dem Jahrgang 2002 seinen letzten Aufritt. Zum Ende des Jahres 2014 präsentierte Fabrice Rosset dessen Nachfolger, den ersten Rosé Amour Deutz aus dem Jahrgang 2006 – ein wahres Meisterwerk. Genau genommen hätte es diesen neuen Rosé schon vom Jahrgang 2005 geben sollen. Da das ursprüngliche Erstlingswerk aber nicht die hohen Qualitätsansprüche der Deutz-Führung erfüllte, wird man es demnächst wieder „dem Erzeugungszyklus zuführen“. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die noch immer auf der Hefe lagernden vierzehntausend Flaschen demnächst geöffnet werden und deren schäumender Inhalt einem jahrgangslosen Rosé Champagner sicher eine besondere Note verleihen wird.

Neben der weißen Cuvée William Deutz, die zu zwei Dritteln aus Pinot Noir und einem Drittel aus Chardonnay besteht, umfasst das Deutz-Trio heute den Blanc de Blancs Amour de Deutz und nun eben auch den Amour de Deutz Rosé. Letzterer ist zu fünfundfünfzig Prozent mit Pinot Noir aus Ay, Verzenay und Bouzy komponiert sowie fünfundvierzig Prozent Chardonnay aus Avize, Chouilly und Villers-Marmery. Zur perfekten Abstimmung der Farbe dienen acht Prozent Pinot-Noir-Rotwein aus Ay und Mareuil-sur-Ay.

Besondere Sorgfalt lässt der Chef de Cave bei der Zusammenstellung der so genannten Versanddosage walten, bei der Michel Davesne stets wertvolle Stillweine einsetzt. Nach dem Motto, „das Beste ist hier gerade gut genug“, gibt er dem Blanc de Blancs meist etwas vom aktuellen Amour de Deutz hinzu, während die übrigen Weine in der Regel von einem guten Schluck der Cuvée William Deutz profitieren. Im späten Frühjahr, wenn alle Weine abgefüllt sind, kommt der Kellermeister endlich wieder einmal dazu, einem seiner zeitraubenden Hobbys zu frönen. Davesne ist leidenschaftlicher Radfahrer, Bergsteiger und Fotograf.

Für Fabrice Rosset, seinen charismatischen Chef, verbleibt zum guten Schluss seiner bemerkenswerten Laufbahn bei Deutz die überaus delikate Aufgabe, seinen eigenen Nachfolger zu finden, was auf den ersten Blick wie die berühmte Quadratur des Kreises anmutet. Derweil ist er rastlos in der Welt unterwegs, seit 2013 für zwei Jahre übrigens auch in seiner Funktion als Commandeur der mehr als viertausend Mitglieder zählenden noblen Weinbruderschaft Ordre des Coteaux de Champagne, um für die Einzigartigkeit des so edel schäumenden Weins seiner Heimat zu werben.

Déjeuner in der Maison Deutz

Armin Diel verkostet zwanzig Champagner Deutz, darunter in drei beeindruckenden Vertikalreihen die Prestige-Cuvées William Deutz Blanc und Rosé den Blanc de Blanc Amour de Deutz und als Premiere den neuen Amour de Deutz Rosé.

Champagne Deutz Brut Classic: Die Einstiegskategorie des Hauses ist ein wahres Prachtstück! Mittleres Gelb mit zartem Orangeschimmer; belebender Apfelduft mit einem Hauch von Stachelbeere, elegante Frucht, saftiger Körper, pikantes Säurespiel, sehr ausgewogen im Nachhall. 91 Punkte

2008 Champagne Deutz Blanc de Blanc Brut:  Glanzhelles Gelb mit zartem Grünschimmer;  ausgesprochen fruchtiges Bukett, eine interessante Mischung aus Cox-Orange-Apfel und Williamsbirne ; zartcremige Fruchtfülle, rassiges Säurespiel, hat Nerv und Eleganz. würziger Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2020, 91 Punkte

2007 Champagne Deutz Brut: Mittleres Gelb mit zartem Orangeschimmer; nobel gereiftes Bukett, changiert zwischen Aprikose und Birne sowie einem Hauch von Himbeere; feinsaftiger Körper ohne dabei schwer zu wirken, schön entwickelte Frucht, belebende Frische im Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2018, 92 Punkte

2009 Champagne Deutz Rosé Brut: Kräftiges Lachsrosa; feinwürziges Bukett, zarte Himbeernote, erinnert eine Spur an Quittengelée; gut strukturierter Körper, belebende Frucht, sehr ausgewogener Körper, ganz leicht anklingende Tanninstruktur, schöner Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2018, 91 Punkte

2002 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Brut : Mitteltiefes Gelb mit zartem Rosaschimmer; belebender Apfelduft, ein Hauch von Quitte und Himbeere, etwas Minze; lebendige Frucht, herzhafte Säure, passable Harmonie, feinherber Abklang. Bester Trinkzeitpunkt bis 2020, 93 Punkte

2000 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Brut : Mitteltiefes Gelb mit zartem Rosaschimmer; feiner Rosenholzduft, changiert zwischen Himbeere und Aprikose mit Nebentönen Richtung Karamell und Orangenzeste; geschmeidige Fruchtfülle, dezente Säure, sehr ausgewogen, perfekt entwickelt, nobler Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2020, 95 Punkte

1999 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Brut : Kräftiges Gelb mit deutlichem Rosaschimmer ; strahlendes Bukett, welches an Williams-Christ-Birne und  Cox-Orange-Apfel erinnert, ein Hauch von Orangenblüte und –zeste; zeigt große Eleganz und Finesse, sanfte Fruchtsüße, bestens integrierte Säure, langer Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 96 Punkte

1998 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Brut : Kräftiges Gelb mit deutlichem Rosaschimmer; sehr fein entwickeltes Bukett, rauchige Noten von Sandelholz, Brioche und Himbeere; ein Klassiker mit Ecken und Kanten, kräftiger Körper, würzige Frucht, markantes Säurespiel, feinherbe Note im Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 94 Punkte

1996 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Brut : Blasses Goldgelb, ganz leichter Rosaschimmer; im Duft spiegelt sich der kreidige Boden förmlich wider, etwas Birne und Quitte: feinfruchtiger Typus, eher schlanke  Struktur, lebendiges Säurespiel, rassige Art, würziger Nachhall . Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 95+ Punkte

2005 Champagne Deutz Amour de Deutz Blanc de Blancs Brut : Mitteltiefes Gelb mit zartem Grünschimmer; ausgesprochen mineralisches Bukett, Birne, Granny Smith, etwas Heu und Brioche, getrocknete Aprikose; eleganter Körper, anmutige Süße, feinrassiges Säurespiel, bestes Entwicklungspotenzial. Bester Trinkzeitpunkt von 2020 bis 2028, 96 Punkte

2002 Champagne Deutz Amour de Deutz Blanc de Blancs Brut : Mitteltiefes Gelb; sehr fein strukturiertes Bukett, Zitronenmelisse und Heu, etwas Apfel und Birne;  noch recht unentwickelte Frucht, komplexer Körper, eher dezente Säure, alles auf Finnese und Eleganz gearbeitet, äußerst viel versprechend. Bester Trinkzeitpunkt von 2020 bis 2030, 97 Punkte

2000 Champagne Deutz Amour de Deutz Blanc de Blancs Brut : Kräftiges Gelb mit anklingenden Goldtönen; bereits gereiftes Bukett, duftet nach Heu und Birne, ein Hauch von Marzipan; dezente Süße, ausgewogen, zarte Säurespiel, rund, Marzipan, insgesamt sehr gut, mittlere Zukunft. Bester Trinkzeitpunkt bis 2020, 95 Punkte

1997 Champagne Deutz Amour de Deutz Blanc de Blancs Brut : Gut gedecktes mittleres Gelb; großartiges Bukett,  Birne, Quitte, Aprikose ; seidige Fruchtfülle, grandiose Struktur, bestens eingebundene zarte Süße, edler Nachhall. Prächtige Perspektive. Bester Trinkzeitpunkt bis 2024, 97 Punkte

2002 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Rosé Brut :  Zartes Lachsrosa mit dezentem Orangerand; feinwürziges Bukett mit einem Anflug von rosa Pampelmuse, Himbeere, Kardamom und Zimt; mundfüllender Körper, anmutige Fruchtsüße, feines Säurespiel, langer Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 94 Punkte

2000 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Rosé Brut: Gut gedecktes Lachsrosa mit dezentem Orangerand; duftet nach Himbeere und Aprikose, ein Hauch von Kirsche; eleganter Körper, zarte Süße, geschliffene Säurestruktur, überaus eleganter Nachhall. Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 95 Punkte

1999 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Rosé Brut: Sehr gut gedecktes Lachsrosa mit dezentem Orangerand; würziges Bukett, duftet nach Orangenschale, Rose und Sandelholz; feinsaftiger Körper, wohl schmeckende Süße, dezente Säure, cremige Frucht, feinherber Abklang. Bester Trinkzeitpunkt bis 2025, 95 Punkte

1996 Champagne Deutz Cuvée William Deutz Rosé Brut : Feines Lachsrosa mit breitem Orangerand; ausgesprochen weiniges Bukett, Aprikose und Kirsche, ein Hauch von Lebkuchen und Wildbret; sehr nuancenreicher Wein, elegant und würzig zugleich, dezente Süße, bestens integrierte Säure, leicht flüchtiger Abklang. Bester Trinkzeitpunkt bis 2020, 94 Punkte

2006 Champagne Deutz Amour de Deutz Rosé Brut : Zartes Blassrosa mit hellem Rand; feinster Pinotduft, Anklänge von Aprikose und Orangenschale ; überaus filigrane Struktur, perfekt abgestimmt Fruchtsüße, feinste Nuancen, großartiger Nachhall. Ein Rosé Champagner nahe am Optimum. Bester Trinkzeitpunkt 2018 bis 2030, 98 Punkte

Erstabdruck in FINE Das Weinmagazin 1/2015

Fotos BERNDT HOCHMANN